„Seien Sie nicht böse, wenn Sie die Politik in Südvietnam manchmal nicht verstehen“, tröstete Ministerpräsident Tran Van Huong kürzlich einen Journalisten. „Es gibt Tage, an denen ich selber völlig im Dunkeln tappe.“ Nach dreimonatigem Ringen zwischen Zivil- und Militärgewalt hatte der Regierungschef vier Generale ins Kabinett aufgenommen, damit die Nörgelei der Militärs aufhöre. Aber unzufrieden mit der Regierung blieben auch die Buddhisten, wenngleich aus anderen Gründen. Vier ihrer Oberbonzen traten in den Hungerstreik: „Entweder sterben wir oder Huong wird als Premierminister gestürzt.“ Zu Tausenden demonstrierten ihre Anhänger in den großen Städten – gegen Huong und auch gegen die Amerikaner.

Am Dienstag kündigte Huong in seiner Not Neuwahlen an, aber es half ihm nicht mehr. Am anderen Morgen hatte General Nguyen Khanh wieder einmal geputscht und die Macht übernommen. Seit der Ermordung Präsident Diems im November 1963 ist die Regierung in Saigon jetzt siebenmal gestürzt oder umgebildet worden. Ob Khanh bei den Buddhisten mehr Gnade findet als seine Vorgänger, bleibt ungewiß, da niemand genau weiß, was sie eigentlich wollen.