David J. Irving: Und Deutschlands Städte starben nicht. Ein Dokumentarbericht; Schweizer Druck- und Verlagshaus, Zürich; 376 Seiten, 268 Fotos, 28,80 DM.

Am 10. Mai 1940, greifen drei deutsche He 111 irrtümlich Freiburg an, 22 Kinder fallen den Bomben zum Opfer. Hitler verhindert, daß die Wahrheit ans Licht kommt. Am 31. Mai 1942 führt Luftmarschall Harris seinerseits den ersten Tausend-Bomber-Angriff gegen Köln, und am Schluß dieser schaurigen Kette steht das Bombardement von Dresden; es forderte mehr Todesopfer als der Bombenabwurf auf Hiroshima. David J. Irving, dessen Buch über den „Tod von Dresden“ an dieser Stelle ausführlich besprochen wurde, zeichnete nach jahrelangen Vorarbeiten ein plastisches, in den Details exaktes und absolut objektives Bild des Luftkrieges. Aus diesem erschütternden Kolossalgemälde des Luftkrieges über Deutschland heben sich einzelne Episoden leuchtend hervor: da gibt es den Bischof von Chichester, George Bell, der am 9. Februar 1944 im Oberhaus die Methoden des alliierten Luftkrieges anprangert, da gibt es die Geschichte eines unbekannten Polizeioffiziers, der fünfzigmal mit je zwei Kindern auf dem Arm den Weg durch die brennende Innenstadt von Kassel wagt. Da gibt es aber auch den tausendfachen Tod in den Städten Hamburg und München, Düren und Darmstadt, Wuppertal und Berlin – Städten, die dennoch nicht starben: die industrielle Kapazität blieb erhalten, die-„Kampfmoral“ wurde auch durch die Menschenverluste nicht erschüttert.

Angesichts dieser Opfer fragt man sich, wie groß das Entsetzen werden muß, damit die Menschheit endlich Lehren zieht. Dieser Besinnung will Irvings Dokumentarwerk dienen; niemand wird es ohne tiefe Betroffenheit lesen.

Hannsferdinand Döbler