Das Kardinalskollegium wird noch größer und internationaler. Mit den 27 neuen Purpurträgern, die Papst Paul VI. am Montag ernannt hat, steigt die Zahl der Kardinäle auf über einhundert. Aus Deutschland ist Erzbischof Lorenz Jaeger aus Paderborn neu dazugekommen.

Das kommende Konsistorium trägt stark ökumenische Züge. Zum zweitenmal wurde ein Afrikaner zum Kardinal ernannt, der Erzbischof von Obervolta, Zoungrana. Drei Patriarchen der katholischen Ostkirche aus Syrien, dem Libanon und Ägypten wurden ausgezeichnet.

Drei der neuen Kardinäle vertreten katholische Kirchen im Ostblock: der ukrainische Erzbischof von Lemberg, Slipyi, der lange in sowjetischer Gefangenschaft war, der Erzbischof von Zagreb, Franz Seper, dessen Ernennung den Wechsel in den Beziehungen zwischen Kirche und Jugoslawien widerspiegelt, und überraschend auch der Erzbischof von Prag, Josef Beran. Seit Jahren darf er sein Amt nicht ausüben, die Regierung in Prag erkennt ihn nicht mehr als Erzbischof der Hauptstadt an. Seine Erhebung zur Kardinalswürde bedeutet entweder die Einleitung diplomatischer Gespräche zwischen der CSSR und dem Vatikan, oder es handelt sich um eine Geste von Paul VI., mit der er an die Leiden der Katholiken jenseits des Eisernen Vorhangs erinnern will.