Funk

WESTDEUTSCHER RUNDFUNK

Mittwoch, 20. Januar, das Hörspiel:

Vor Jahren entdeckte der Norddeutsche Rundfunk die Begabung von Wolfgang Graetz, dem Insassen einer Strafanstalt, für Asozialen-Hörspiele. Hamburg hat vier Stücke dieser Art gesendet; dabei war bereits bemerkbar, daß sich Graetz mit seinem unbezweifelbaren Talent für den Dialog im Kreise dreht. Das jüngste Hörspiel „Geständnisse“ (Westdeutscher Rundfunk; Regie: Gustav Burmester) war ein Programm-Füllsel.

Dieser Willi Monk mit seinem chronischen Mangel an Orientierungsmöglichkeiten in der Umwelt ist ein hoffnungsloser Fall von Infantilismus. Er schliddert aus dem Kittchen jedesmal zu erneuter Verhaftung, weil er sich nur „im Knast“ geborgen fühlt, wo der Argwohn, der auf Straffälligen nach ihrer Entlassung ruht, legitimiert ist.

Seine Konstitution enthüllt sich im Rösselsprung seiner Antworten auf die Fragen, die Justizbeamte zu stellen verpflichtet sind. Das ergibt ein Kreuz-und-Quer von Aneinandervorbeigerede und einen klinischen Befund. Monks Reden mögen für Psychotherapeuten aufschlußreich sein – künstlerisch führen sie ins Nichts. Günter Neutze steuerte die Hauptrolle zwischen der Skylla-Unterkühlung und der Charybdis-Sentimentalität glanzvoll hindurch. W. A. K.