Obwohl er wenig Vertrauen erweckend aussah mit seiner Schiebermütze aus grobem Tweed, seiner winzigen roten Schnapsnase, dem gestreiften Hemd und der schwarzen Hose, die von rotschwarzen Hosenträgern gehalten wurde, damit sie nicht von seiner Eier-Figur rutschte, gewann ich Mister Gonk mit der Zeit lieb.

Schließlich kaufte ich dieses Mittelding zwischen Brechts Macheath und einem Marktschreiber der Petticoat Lane eines Tages im Vorübergehen. Nun, Fred Gonk ist kein Einzelfall: Gonks gibt es überall auf der Welt, in 25 Ländern wurden sie inzwischen patentiert. Eigentlich sind sie gebürtige Engländer, sie kamen nach Amerika, und ein Brooklyner Spielzeugfabrikant geriet ob dieser englischen Invasion ins Schwitzen; er mußte innerhalb von zwei Monaten 250 000 englische Gonks importieren, um der amerikanischen Parole „Let’s go Gonk“ gerecht zu werden. Selbst in seinem Heimatlande gilt der Prophet in diesem Falle etwas. Am 15. November 1963 wurde die „Gonks Ltd.“ mit einem Anfangskapital von 100 Pund in London gegründet. Seitdem hat sich dieser Betrag auf 5000 Pfund erhöht.

Der Erfinder des Gonk ist der 25jährige Fernseh-Star Robert Benson, der eines nebligen Herbstmorgens mit einem, wie er sagt, „swingenden“ Wort im Kopf erwachte: „Gonk.“ Benson glaubte, den rechten Namen für sein selbst fabriziertes „humpty-dumpty-type“-Männchen gefunden zu haben. Sozusagen zur Taufe nahm er „MacGonk“ mit in seine Kneipe in Soho, wo Mr. Sidney Solomons, seines Zeichens Fabrikant von Sportbekleidung, die beiden sitzen sah. Er hatte McGonk vom Barhocker aus betrachtet und war augenblicklich „gonked“ – was wohl heißen mag: es hatte bei ihm gezündet. „Er macht mich einfach glücklich“, sprach Mr. Solomons. Und da er ein guter Mensch ist, wollte er dieses Glück mit anderen teilen: Die „Gonks Ltd.“ wurde gegründet, dessen wohlbestallter Direktor der einstige TV-Star Robert Benson ist.

Mittlerweile gibt es schon sechs verschiedene Gonks. Die „Daily Mail“ veröffentlichte eine genealogische Abhandlung über sie und stellte die sechs vor:

MacGonk, der Senior (weißer Bart, anschmiegsam): entworfen für die „reife Frau“ und auch meist von dieser gekauft.

Fred Gonk (Schiebermütze, Hosenträger): allgemein liebenswerter Charakter: ältere Männer erstehen ihn meist für sich selbst.

Upside Down Gonk (der nicht aufrecht stehen kann): häufig von Theaterleuten und Berufstätigen gekauft.