Verseuchte Vogeleier

Es ist klar, daß Pflanzenschutzmittel die Umweit in einem weitaus größeren Maße verseuchen als man, bisher angenommen hatte“, heißt es in dem soeben erschienenen Jahresbericht der staatlich-britischen Behörde für Naturschutz.

Eier von 52 Seevogelarten, die sich von Tieren des Meeres ernähren, sind an vier etwa 150 Kilometer voneinander entfernten Küstenstellen gesammelt und untersucht worden. Das Ergebnis: Keines dieser Eier war frei von Pflanzenschutz-Chemikalien, die der Regen von den Feldern in die Flüsse gespült hat und von diesen ins Meer transportiert wurden, wo sie von Fischen, Krebsen, Plankton und schließlich von den diese Lebewesen verspeisenden Vögeln aufgenommen wurden.

Die untersuchten Eier zeigten eine Pflanzenschutzmittel-Kontamination von 0,2 bis 8,9 Teilen pro eine Million Teile.

Niemand weiß bis jetzt, wie stark der Organismus der Tiere selbst mit jenen Chemiekalien durchsetzt sein muß, damit es zu einer solchen Anreicherung in den Eiern kommt. Auch ist die physiologische Wirkung derartiger Giftkonzentrationen noch unbekannt.

Die britische Naturschutzbehörde läßt aus diesem Grunde jetzt eine Untersuchung durchführen, bei welcher der Effekt kleiner Dosen verschiedener Pflanzenschutzmittel auf die Gesundheit, die Fortpflanzung und das Verhalten von Vögeln geprüft werden soll. Gleichzeitig studieren englische Forscher, ebenfalls auf Anregung des Naturschutzamtes, welche Pestizid-Mengen Regenwürmer, Schnecken und Insekten von besprühten Feldern und Pflanzen aufnehmen.

New York im Banne der Physik