Feuilleton

Der Vorgriff auf die Entscheidung des Hörers

Die Warnung des britischen Oppositionsfuhrers Wilson vor einer atomaren Bewaffnung der Bttndeswehr bat bei deutschen Politikern starke Verwunderung ausgelost. Regierungskreise in Bonn wiesen die Verdachtigungen Wilsons entschieden zurilck.

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DIE ZEIT

Die ungeliebten Deutschen

Wenn der Bundestag am 10. März zusammentritt, ist ihm, anders als bei sonst üblichen Beratungen, das Interesse der Öffentlichkeit gewiß.

Waffengeschäfte

Die Bundesregierung hat einen neuen Waffenabnehmer gefunden. Portugal wird, so teilen amtliche Bonner Stellen mit, von der Bundesregierung sechzig Düsenjäger kaufen, die im Zuge der Modernisierung der deutschen Luftwaffe durch modernere Maschinen ersetzt werden sollen.

Bonn gibt sich hart

Die Drohung der Arabischen Liga, sie werde nicht nur militärische, sondern auch finanzielle oder wirtschaftliche Hilfe der Bundesrepublik für Israel als eine aggressive, gegen alle arabischen Staaten gerichtete Handlung werten, hat in Bonn die beabsichtigte Wirkung verfehlt.

Krieg ohne Sieg

Zwei Wochen nach den Vergeltungsschlägen gegen Nordvietnam scheint das amerikanische Dilemma in Südostasien eher größer geworden zu sein.

Zeitspiegel

Sobald man zu schreiben anfängt, kommt etwas ganz anderes heraus, als man ursprünglich wollte. Die Sprache verführt einen zu einer ungenauen und umständlichen Beschreibung von Vorgängen, die man vielleicht mit einer einzigen präzisen Formel ausdrücken könnte.

"Was habe ich denn Schlimmes getan?"

Das Mädchen reißt die Blütenblätter einer Margarete ab: "Ich war nicht in der Partei – ich war nicht in der SA. Ich war fast in der Partei – ich war fast in der SA.

In Bonn geschah nichts

Während Ulbricht von der Sonne Ägyptens beschienen wird, steht über Bonn noch immer die dunkle Gewitterwand, von der Bundeskanzler Erhard sprach.

Das diplomatische Beispiel

In Kairo verhandelt zur Zeit eine Gruppe französischer Industrieller über den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen. Gleichzeitig werden französische Düsenflugzeuge an die israelische Armee geliefert, und Präsident Nasser erklärt, diese französischen Waffenlieferungen hätten ein ganz anderes Gesicht als die deutschen, sie würden bezahlt und nicht geschenkt.

Die Revolution der Intellektuellen

Das Bild, das die Italiener vom heutigen Deutschland haben, war bisher nicht gerade schmeichelhaft. Indro Montanelli hat es kürzlich hier gezeichnet: „Die Deutschen sind satt, nationalistisch und geistlos“, so sagte er.

Nicht Haß – aber Mißtrauen

Die umstrittene Verjährung von Naziverbrechen ist seit Wochen ein Hauptthema aller Gespräche in Polen. Die heftige, sehr emotional bedingte Abneigung gegen den Eintritt der Verjährung verbindet alle Schichten und Altersgruppen des Landes miteinander – sogar die kommunistische Parteiführung und das katholische Episkopat.

Kontakte – "Konspirationen"

Der "Ostspiegel" des SPD-Pressedienstes enthüllte einen Abgrund von Konspiration: "Aus gewöhnlich sehr gut orientierten Quellen kommt die Meldung, die in der Bundesrepublik umstrittene Studentenorganisation SDS und der Zentralrat der FDJ verhandelten – insgeheim.

Mit kalkuliertem Risiko

Es gibt Minister ohne Geschäftsbereich; es gibt andere ohne genaue Geschäftsbezeichnung. Walter Scheel ist von Amts wegen „Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit“; in der politischen Allerweltssprache heißt er aber „Entwicklungsminister“.

Viel Lärm um nichts

In ein paar Tagen, am 1. März, wird die schon einige Male verschobene „Redaktionskonferenz“ der 26 kommunistischen Parteien in Moskau nun doch stattfinden.

Kampf gegen Sukarnos Guerillas

Der indonesische Präsident Sukarno hat mit seiner Drohung, er werde Malaysia zerschmettern, die Welt erschreckt; seine militärischen Erfolge indes sind sehr bescheiden geblieben.

Englands kranke Ärzte

Englische Ärzte haben die Wahl, ob sie frei praktizieren oder im Rahmen des staatlichen Gesundheitsdienstes, des „National Health Service“, arbeiten wollen.

Besuchsziel Bonn

In den nächsten Wochen stehen auf dem Besucherprogramm der Bundesregierung wieder einige hohe Gäste aus Afrika. Am 16. März wird König Hassan II.

Die Post als Zensor

Die neue Postordnung vom 16. Mai 1963 (in Kraft getreten am 1. Juni 1964) ist ein zweifacher Probefall für das Funktionieren unserer Verfassungseinrichtungen.

Wolfgang Ebert:: Wildkatzen

Die Bewegung, mit der Frau Lübke, auf den Protest von Dr. Grzimek hin, ihren Leopardenmantel wieder in den Schrank gehängt hat, könnte zu einer Volksbewegung werden.

Pech mit der Militärhilfe

Die Bundesregierung bleibt mit ihrer Militärhilfe für ausländische Staaten vom Pech verfolgt. Wenige Tage nach ihrem Beschluß, kein Kriegsgerät mehr in Spannungsgebiete zu liefern, wurde bekannt, daß Portugal von Bonn 60 kanadische Düsenjäger des veralteten Typs F 86 „Sabre“ kaufen wolle.

Von ZEIT zu ZEIT

Walter Ulbricht wurde mit allen Ehren in Alexandria empfangen. Mehrere arabische Staaten erklärten sich mit Ägypten solidarisch.

Das Ende des Malcolm X

Neben Friedensnobelpreisträger Pfarrer Martin Luther King war er in den USA der populärste Negerführer, aber er war auch gefürchtet.

Die Unterwanderung der Hallstein-Doktrin

Systematisch hat die DDR seit 1949 ein Netz vielfältiger internationaler Beziehungen angeknüpft. Zwar blieb der völkerrechtliche Alleinvertretungsanspruch der Bundesrepublik in 102 Ländern der Erde bisher unbestritten; der DDR wurde die De-jure-Anerkennung als normaler Staat (außer in den Ostblockländern) nur in drei Staaten – Jugoslawien, Kuba und Sansibar – zuteil.

Bilanz eines Atomkrieges

149 Millionen tote Amerikaner, 100 Millionen tote Sowjetbürger – auf beiden Seiten je 200 Städte ausgelöscht – so könnte die Bilanz eines amerikanisch-sowjetischen Atomkrieges aussehen.

„Hintertreppe mit allen Nebengerüchen“

Während der Haushaltsdebatte des Bundestages wurde auch über dieNahostpolitik debattiert. Bundeskanzler Erhard kündigte an, Bonn werde als Antwort auf Nassers Einladung an Ulbricht die Wirtschaftshilfe für Ägypten einstellen und sich politische Schritte vorbehalten.

Namen der Woche

Adam Clymer, US-Journalist in Moskau, wurde des Landes verwiesen, weil er während der antiamerikanischen Vietnam-Demonstrationen einen Sowjetpolizisten geschlagen haben soll.

Eine große Chance

Jahrelang haben einige Deutsche, assistiert von ein paar englischen Freunden, versucht, die Stipendien der Cecil-Rhodes-Stiftung für junge Deutsche wiederzubeleben, die bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges gestrichen worden waren.

Sie wollen den Frieden

Eine wütende Menge, geführt von Zeloten in gelben Togen mit geschorenen Köpfen; die die antiamerikanischen Demonstrationen dirigieren, Spruchbänder verteilen, aggressive Slogans anstimmen – das ist das Gesicht des vietnamesischen Buddhismus von heute.

Raketen für Saudi-Arabien

Seit König Faisal seinen reaktionären Bruder in Riad abgelöst hat, ist die saudiarabische Außenpolitik in eine neue, dynamischere Phase eingetreten.

Schilderung genügt nicht

Die Geschichte der SS wurde noch nicht geschrieben. Die Gestapo und der SD, die Geheimdienstformationen, müßten darin einen hervorragenden Platz beanspruchen.

Eine Reise durch Asien

Mit Louis Barcata meldet sich ein politischer Journalist zu einem höchst aktuellen Thema. Selbst bezeichnet er sich allerdings nur als Weltreisenden von Beruf und meint bescheiden, daß ein schnell reisender Mann – andere Bewegungsmittel als das Flugzeug scheint es heute nicht mehr zu geben – nur flüchtige Aufzeichnungen machen kann in der Hoffnung, mit diesen Augenblicksaufnahmen nicht nur Charakteristisches, sondern Typisches und daher Gültiges wenigstens gelegentlich festgehalten zu haben.

Afrikanische Liebhaberei

Im Jahre 1668 veröffentlichte der Holländer Olfert Dapper ein Buch über Afrika. Es ist eine der ältesten Monographien über den schwarzen Kontinent und ist damit trotz der vielen historischen und geographischen Fehler eine wichtige Quelle für die fast unbekannte Geschichte Afrikas.

Die Verteidigung des Feindes

Der Mann, der seinem amerikanischen Anwalt James B. Donovan am 10. Februar 1962 auf der Glienicker Brücke bei Berlin die Hand schüttelte und über die Sektorengrenze gegen den amerikanischen Flieger Francis G.

Die Parteien

Das Buch ist Werner Weber gewidmet, und Webers Art, die Parteien zu werten und in Staat und Gesellschaft einzuordnen, bestimmt die Überlegungen des Autors durchweg.

Die Prinzessin Soraya ...

...ist in der Bundesrepublik die bekannteste Frau – Ein Kaleidoskop der öffentlichen Meinung

Was kommt nach de Gaulle?

Das Jahr 1964 brachte Frankreich eine Fülle von Büchern, die sich mit dem Phänomen de Gaulle befassen. Ihre Verfasser lassen sich bequem in drei Kategorien einordnen: diejenigen, die den General lieben und verehren, diejenigen, die ihn hassen und seine Politik en bloc verwerfen und diejenigen, die ihn früher bewunderten und heute bekämpfen.

Vlado Kristl und seine Filme

Der Zeichentrickfilm befindet sich heute im allgemeinen auf dem Niveau des Kinos von vor 60 Jahren. Seine eigentliche Domäne ist die Werbung geblieben.

FUNK: Ikarus auf der Wolke

So viel leichtfüßige Phantasie läßt sich nur das Ohr gefallen. Christoph Buggerts Hörspiel „Ikarus auf der Wolke“ ist ein Stück, mit geschlossenen Augen zu hören: Eine räumliche Bühne als Vorstellungshilfe (bei allzu vielen Vertretern dieser Gattung noch immer eingeschmuggelt) wird dem Hörer hier entschieden verweigert.

Katholischer Protest

Die deutsche Katholische Filmkommission hat bei der Leitung der XI. Westdeutschen Kurzfilmtage in Oberhausen gegen die Vorführung des Puppenfilms „Erzengel Gabriel und Frau Gans“ von Jiri Trnka protestiert.

Film

„Wohin die Liebe führt“ (USA; Verleih: Paramount): Zu schwachsinnigen Melodramen führt es, wenn ein pfiffiger Produzent – Joseph E.

Fernsehen: Das Kleid der Reinheit und die schmutzigen Röcke

In der Nacht zum Samstag, man brachte Pirandellos Stück „Die Nackten kleiden“, wurde wieder einmal gezeigt, daß die Motive der modernen Poesie, Thesen Max Frischs oder Sartres: Bildnismachen, Wiederholung und Identität – daß die Kierkegaard-Themen die Dramatiker schon vor einem halben Jahrhundert bewegten.

Theater

Sie waren nicht neu, diese beiden Inszenierungen Walter Felsensteins, mit denen die Komische Oper aus Ostberlin ein dreitägiges Gesamtgastspiel im Großen Haus der Württembergischen Staatstheater gegeben hat.

Unter den Augen der Disziplinargewalt

In den letzten Monaten – seitdem die Behörden der DDR wieder etwas großzügiger verfahren mit der Erteilung von Ausreisegenehmigungen an Künstler und Schriftsteller – häufen sich die Ost-West-Begegnungen.

Jürgen Fehling 80 Jahre

In der Theatergeschichte hat Jürgen Fehling längst seinen Platz gewonnen: als einer der großen, genialen Regisseure unseres Jahrhunderts, ein Mann, der das Gesicht des deutschen, vor allem des Berliner Theaters seit Jahrzehnten mitprägte, ein Mann von überwältigender Intensität und extremer Ausschließlichkeit dort, wo die Kunst es verlangte.

Absoluter Verlaß

Zu der immer wieder verschobenen New Yorker Premiere von Cole Porters Operette „Silk Stockings“, einer Parodie auf das heutige Leben in Rußland, wurde nach dem Regierungswechsel in Moskau durch Übermalung der großen Malenkow-Bilder die Dekoration zum drittenmal geändert.

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