Aus Anlaß der Westdeutschen Kurzfilmtage in Oberhausen verlieh die Jury Junge Filmkritik zum 5. Male ihre Preise. Für 1965 wurden ausgezeichnet und so begründet:

„1. Der französische Regisseur Jean-Luc Godard, Schöpfer der Filme „Die Verachtung“, „Die Außenseiterbande“ und „Une femme mariée“, für den wichtigsten Beitrag zur Entwicklung der Filmkunst;

2. Der tschechoslowakische Film „Schwarzer Peter“ von Miloś Forman als bester Debütfilm eines jungen Regisseurs;

3. Rolf Thiele, der „Tonio Kröger“, „DM-Killer“ und „Wälsungenblut“ drehte, für seine künstlerisch mißratenen Filme.

Außerdem weist die Jury Junge Filmkritik die Öffentlichkeit darauf hin, daß sich der Interministerielle Ausschuß für Ost-West-Filmfragen trotz nachgewiesener Verfassungswidrigkeit als Zensurinstanz in der Bundesrepublik hartnäckig behauptet.“ *

Die Arbeitsgemeinschaft der Journalisten vergab in Oberhausen ihre diesjährige Dankadresse postum an den im vorigen Jahr verstorbenen Kritiker Dr. Wilfried Berghahn: „Wilfried Berghahn hat den Beruf des Kritikers als eine auch in ihren Voraussetzungen stets neu zu überdenkende Tätigkeit verstanden. Er hat in die kritische Beschäftigung mit dem Film wissenschaftliche, besonders soziologische und morphologische Methodik eingebracht.“