In derselben Woche, als die Bundesregierung ihre Militärmission aus Tansania zurückzog, unterzeichnete der Präsident dieser ostafrikanischen Föderation, Julius Nyerere, in Peking einen Freundschaftsvertrag mit China. Vor ihm hatte schon – im Oktober 1964 – der Präsident des (ehemals französischen) Kongo – Brazzaville, Massamba-Debat, einen ähnlichen Pakt mit Mao geschlossen. Daressalam und Brazzaville sind heute die wichtigsten Stützpunkte der chinesischen Kommunisten in Afrika.

Von hier aus nehmen sie den Kongo in die Zange. „Wenn wir den Kongo bekommen können“, sagte Mao Tse-tung, „dann haben wir ganz Afrika in der Hand.“ Tansania wurde für die Chinesen zum „Korridor der Revolution“. Dort werden die Waffen für die Kongo-Rebellen umgeschlagen; dort werden Guerillas für den Kampf gegen Portugiesen und Südafrikaner ausgebildet. Auf der anderen Seite des Kongo, in Brazzaville, dirigiert Geheimdienst-Oberst Kan Mai die Operationen gegen das Regime Tschombes. Geld und Propagandamaterial fließt den Rebellen reichlich zu.

Bisher hat China in Afrika etwa 1.2 Milliarden Mark für Kredite, technische Hilfe, Lebensmittelsendungen, Militärhilfe usw. aufgebracht. Mit der sowjetischen Entwicklungshilfe kann China freilich noch bei weitem nicht konkurrieren. Darum konzentriert es sich mehr auf diplomatische Kontakte (fast zwanzig Botschaften mit einem Drittel seines gesamten diplomatischen Korps) und auf Propaganda (jede Woche strahlt Radio Peking hundert Afrika-Sendungen aus, in Englisch, Französisch, Portugiesisch, Arabisch, Suaheli, Schona und Bemba).