Der Abgeordnetenkammer in Rom liegt jetzt ein Gesetzentwurf vor, der die Touristenkleidung an Orten von „hervorragendem religiösem, künstlerischem oder historischem Belang“ regeln und das Tragen von „geschürzter Kleidung“ mit Geld – und sogar Gefängnisstrafen ahnden will. Da aber in dieser Gesetzesvorlage eine genaue Begriffsbestimmung über „geschürzte Kleidung“ fehlt, ist die italienische Presse bereits in bissigen und ironischen Kommentaren über diese Vorlage hergefallen. „Wie denkt man in Rom etwa über die langen Frauenhosen, die bei den letzten Modevorführungen in Florenz (...und Florenz liegt immer noch in Italien) eine so große Rolle spielten? Sollen die an den erwähnten Orten erlaubt oder verboten sein?“ – „Und wie sollen sich eigentlich die Organe der öffentlichen Sicherheit gegenüber den ‚Shorts‘ verhalten, die bei unseren ausländischen Gästen so überaus beliebt sind?“ Die überregionale Zeitung „Corriere della Sera“ äußerte bereits die Besorgnis, daß ein so fragwürdiges Gesetz den Fremdenverkehr bestimmt nicht fördern dürfte.