Es gibt Menschen, die zum Reisen geboren sind. Sie kommen leicht vom Fleck, lockern ohne Mühe Bindungen, die sie zu Hause festhalten, verstehen sich von Natur aus auf fremde Sprachen und gleiten reibungslos in die neuen Zusammenhänge. Naturen dieser Art sind immer vorbereitet und haben das Ihre, wenn der Ruf kommt, schnell zusammengerafft, unbekümmert, ob in ihrem inneren oder äußeren Gepäck vielleicht noch etwas fehlen könnte... Sie versäumen einen Zug und kommen dadurch zu einem Aufenthalt, der ihnen irgendeine besondere Überraschung beschert. Friedrich Sieburg

Mit Wärme werben...

Vor dem spanischen Verkehrsbüro in Zürich stauten sich dieser Tage die Menschen. Fröstelnd, den Mantelkragen hochgeschlagen, verweilten sie vor dem Schaufenster. Und wenn davon auch die Füße nicht wärmer wurden – so doch die Herzen; denn Blickfang in der Auslage waren nicht die bunten Plakate, sondern ein großes Schild: „Die heutigen Temperaturen in Spanien.“ Und darunter dann: Malaga plus 25 Grad – Alicante plus 18 Grad – Teneriffa plus 20 Grad. Fürwahr, die Werbung mit Wärme dürfte mit jedem Frosttag wirksamer werden.

... mit Kälte locken

Der Leiter der sowjetischen Reiseorganisation „Intourist“ kündigte an, daß an den Gestaden des Baikalsees in Sibirien neue Ferienkolonien gebaut werden sollen, damit ausländische Urlauber in keiner Weise auf den gewohnten Komfort verzichten müssen. Für Wassersportler, Angler und Naturfreunde, die wirkliche Ruhe suchen, ist der Baikalsee als wahres Ferienparadies angezeigt. Und weil es hier im Winter recht kühl ist, werden von Oktober bis April Preisermäßigungen zwischen 15 und 25 Prozent versprochen.

Keine Trinkgelder mehr in Italien

Nicht nur der italienische Touringklub hat sich gegen das Trinkgeld (15 Prozent) als Ersatz für ungenügende Gehälter ausgesprochen, auch Italiens Fremdenverkehrsminister Corona wies im Römischen Senat daraufhin, daß das Trinkgeld keinerlei sozialen Fortschritt bedeute. Der Minister verschickte an alle Hotels und Gaststätten amtliche Rundschreiben mit der Bitte, geeignete Schritte zu veranlassen, die auf Abschaffung der Trinkgelder hinzielen. Die Hotels würden das auch gern sehen, weil sie sich davon eine positive Wirkung auf ihre Gäste versprechen, glauben jedoch, daß längst nicht alle Hotels zu einer ersatzweisen Aufbesserung der Gehälter in der Lage sein werden. Auch das Gaststättengewerbe bezweifelt das.