Von Georg Schreiber

Haben Sie schon einmal auf Anzeigen geschrieben, die Ihnen gute Gesundheit per Post versprechen und „Näheres“ in „Gratisprospekten“ ankündigen?

Nein?

Dann spielen Sie doch auch mal Gesundheitsamt, lassen Sie sich die Heilmittel-Gratis-Prospekte ins Haus schicken und lesen Sie „Näheres“. Sie werden staunen! Und lassen Sie’s damit nicht gut sein, sondern tun Sie anschließend das, was unsere Gesundheitsämter zumeist versäumen: Gehen Sie den Werbesprüchen der Anzeigenaufgeber und Prospektgestalter auf den Grund. Schreiben Sie ihnen einen schlichten Fragebrief. Hier ein paar Beispiele aus meiner Korrespondenzmappe:

Ich schrieb an den Apotheker Siegfried Haugg und sein „Pharmaz.-Laboratorium“ in Augsburg: bitte ich Sie zum zweitenmal um Fachliteratur über Ihre ‚Biologische Aufbaunahrung VITAGLUT‘ und um die pharmakologischen und klinischen Prüfergebnisse.“

Antwort: „Über Fachliteratur verfügen wir leider nicht.“

Schreiben an D. Averdung, Berlin-Tempelhof: „Auf meine Bitte um Literatur sandten Sie mir Ihr vervielfältigtes Blatt ‚Frei von Hemmungen durch AVENO-Dragees ! !‘, für das ich danke. Aber – ein solches Blatt mit einem Anhang anonymer Kundenschreiben sehe ich nicht als das an, was wir Ärzte unter Literatur über ein Pharmakon verstehen ... Überdies: auf welche Versuche stützen Sie Ihre Angabe, daß, ‚auch normal veranlagte Kinder ihre Schulleistungen um etwa 30 Prozent verbesserten‘?“