Neue Rassenkrawalle im Südstaat Alabama schockierten die amerikanische Öffentlichkeit: Gouverneur Wallace ließ am Sonntag einen Demonstrationszug von 600 Farbigen von seiner Polizei mit Reitpeitschen, Schlagstöcken und Tränengas auseinandertreiben. 70 Neger wurden verletzt. Die Neger waren von Friedensnobelpreisträger Martin Luther King zu einem 50-Meilen-Marsch zur Hauptstadt Montgomery aufgerufen worden, um gegen die diskriminierende Wahlgesetzgebung zu protestieren.

Neger können sich in Alabama nur als Wähler registrieren lassen, wenn sie umfangreiche, schwierige Fragebogen beantworten. Allein in der Stadt Selma hatten sich, ehe vor einigen Wochen der Propagandafeldzug Pastor Kings begann, von 15 000 wahlberechtigten Negern nur 335 in die Wählerlisten eintragen lassen. In einzelnen Orten, wo viermal soviel Neger wohnen wie Weiße, hat bisher noch keiner sein Wahlrecht erhalten.

Aus Sympathie für die Bürgerrechtskampagne meldeten sich mehrere hundert Geistliche aller Konfessionen und Hautfarben aus allen Teilen der USA freiwillig zu einem neuen Protestmarsch.