Weniger Angst vor den Fremden

Der Schweizer Chemiekonzern Ciba AG, Basel, konnte im vergangenen Jahr seinen Konzernumsatz um 13,4 (Vorjahr 6,3) Prozent auf 1,69 (1,49) Milliarden Franken steigern. Der Reingewinn des Baseler Stammhauses, das 614 Millionen Franken umsetzte, betrug 36,9 (Vorjahr 32,1) Millionen Franken. Daraus soll eine um 2 auf 20 Prozent erhöhte Dividende ausgeschüttet werden. Das Aktienkapital wird um 20 auf 140 Millionen Franken erhöht werden, indem Inhaberaktien zum Nennwert von 500 Franken zu einem Preis von 1250 Franken ausgegeben werden. Bislang hatte die Schweizer Chemie aus Furcht vor der Überfremdung nur Namensaktien ausgegeben, die schwer übertragbar sind.

Bayerische Bierkonzentration

Einen ungewöhnlich hohen Bezugskurs fordert die Pschorrbräu AG, München, bei ihrer vorgeschlagenen Kapitalerhöhung von 4,6 auf 5,52 Millionen Mark. Den Aktionären werden die jungen Aktien im Verhältnis 5:1 zu 600 Prozent angeboten werden. In München registriert man mit Aufmerksamkeit, daß mit der Durchführung der Transaktion die Bayerische Vereinsbank, München, beauftragt worden ist, während ihre Konkurrenz, die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank, seinerzeit die Einführung der Pschorr-Aktien an der Börse besorgte. In den letzten Jahren hat die Bayerische Vereinsbank rund 10 Prozent des Pschorr-Kapitals erworben (knapp 90 Prozent liegen im Familienbesitz). Im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung will die Bayerische Vereinsbank es offenbar auf 25 Prozent bringen, weil davon auszugehen ist, daß die Pschorr-Familienaktionäre nicht voll von ihrem Bezugsrecht Gebrauch machen werden. Im Hintergrund stehen die Bemühungen, eine betriebliche Abstimmung zwischen der Pschorr-Brauerei und der AG Hackerbräu, München zu erreichen, an der die Bayerische Vereinsbank zu 30 Prozent beteiligt ist.

Die fünfte Gesellschaft

Die AGIP AG hat für die Suche und Förderung von Erdöl und Erdgas im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland und in der Nordsee die „AGIP Erdölgewinnungs GmbH“ mit Sitz in München gegründet. Das Kapital der AGIP AG, die als Vertriebsgesellschaft der italienischen ENI-Gruppe für den Absatz von Erdölprodukten in Deutschland tätig ist, ist kürzlich um 30 auf 70 Millionen Mark erhöht worden und befindet sich in Händen der ENI-Gesellschaften AGIP SpA, Rom, und SNAM SpA, Mailand, sowie der von der ENI unabhängigen schweizerischen AG für Technische Projektierungen, Zürich, Mit der AGIP AG, München, der Südpetrol AG, München, der Erdölraffinerie Ingolstadt AG, der Lanerossi GmbH, Stuttgart, und der jetzigen Neugründung verfügt die ENI-Gruppe nunmehr über fünf Gesellschaften in der Bundesrepublik.