Säße ich unter den hohen Richtern, so würde ich zweifeln, welches Urteil da zu treffen sei. Doch zweifle ich nicht, daß sie die Rückgabe des Geschenkes beschließen werden. In der Tat müßte bewiesen werden, daß damals, als das Geschenk gemacht wurde, mehr Zwang als Freude am Werke war. Dürfte aber Fräulein Göring ihren Cranach behalten, so wäre das Gegenteil erwiesen. Wohin gerieten wir in diesem Fall? Weit, sehr weit...

Ich wette, daß Fräulein Göring ihren Cranach verlieren wird. Ich halte jede Wette. Die Geschichte läuft so und nicht anders ihren Weg. Und so läuft die Moral, immer atemlos unterwegs, sie einzuholen: trauriges Kind in zerrissenem Kleid und mit blutenden Füßen.

Übersetzung aus dem Französischen von Josef Müller-Marein Copyright Unipresse