Deutsche Gesellschaft für Information (Herausgeberin): Wissenschaft, Regierung und Information, Report of The President’s Science Advisory Committee USA. Frankfurt. 93 S.

Der Bericht befaßt sich damit, wie die wissenschaftliche Information wirksamer gestaltet und auch für die politische Führung des Staates besser nutzbar gemacht werden kann. Naturwissenschaft und Technik, so heißt es, könnten nur dann gedeihen, wenn eine Wechselwirkung zwischen jedem einzelnen Wissenschaftler, seinen Kollegen und seinen Vorgängern bestehe.

Um dieses Ziel zu erreichen, halten die Verfasser des Reports einen größeren Anteil als bisher an Zeit und Mitteln für die kritische Erfassung und Bearbeitung der ständig zunehmenden Menge technischer Informationen für unerläßlich. Geschehe das nicht, sei eine Zersplitterung und damit eine Beschränkung der Wirksamkeit von Wissenschaft und Technik unvermeidlich. Mit der zu beobachtenden „Informations-Explosion“ könne man nur fertig werden, wenn genügend Wissenschaftler und Ingenieure bereit seien, die Informationen der Wissenschaft zu sichten, aufzubereiten und nach vorgegebenen Gesichtspunkten zusammenzufügen. Dazu bedürfe es der Fähigkeit, mit den Informationen umsichtig und sinnvoll umzugehen.

Einige Voraussetzungen, die der Bericht für wichtig hält, müssen bedacht werden: Bis zu einem gewissen Grade solle jeder Wissenschaftler und Techniker ein Forschungsmanager sein, der den Kontakt zu den Nachbargebieten seiner Disziplin hält und mit dafür sorgt, daß die Kette der Informationen nicht unterbrochen wird. Die Kenntnis der Methoden der Informationsübermittlung und der Computer-Technologie müsse jedem Studenten vermittelt werden. Ein zentrales Dokumentationszentrum könne die Funktion eines „Großhändlers“ für Informationen übernehmen, ohne thematisch oder regional begrenzte Informationssammelstellen in ihrer Arbeit einzuschränken. Der Report hält es für möglich, daß im Zuge der Entwicklung der Informationstechnik die traditionellen Formen des Buches, der Zeitschrift und der Nachdrucke durch eine maschinelle Speicherung von graphischen und digitalen Informationen und von maschinell hergestellten Vervielfältigungen abgelöst werden.

In seinen Empfehlungen für die Regierung der Vereinigten Staaten geht der Bericht davon aus, daß die politische Führung für eine Kontrolle und Verbreitung der Informationen und Ergebnisse sorgen müsse. Alle Daten seien rasch und wirkungsvoll zusammenzufassen.

Wer sich über den wissenschaftlich-technischen Charakter der entwickelten Industriegesellschaft im klaren ist, wird über die Anregungen des Reports nicht erstaunt sein. Neben den Vereinigten Staaten hat auch die Sowjetunion auf dem Gebiet der Informationstechnik und -übermittlung Beachtliches geleistet. Wir sollten in der Bundesrepublik die vorliegenden Erfahrungen unverzüglich daraufhin prüfen, welche Folgerungen für das Zusammenwirken von Wissenschaft und Politik bei uns daraus zu ziehen sind.

Ulrich Lohmar