In den Jagdrevieren in und um Hamburg wird immer mehr gewildert; die Wilderer zu verfolgen, ist in stadtnahen Revieren jedoch außerordentlich schwierig – sagt der Landesjagdverband. Spaziergänger und Wanderer werden daher aufgefordert, Jagd auf Wilderer zu machen.

Das ist eine Neuigkeit von unübersehbarer Tragweite.

Bisher haben nämlich gewisse Waidmänner in „stadtnahen Revieren“ nicht Männern nachgestellt, die wildern, sondern sie haben bedeutende Resultate erzielt, wenn es galt, einen vom rechten Weg abgeirrten Dackel oder gar einen spielenden Boxer abzuschießen, mit der Begründung, die Hunde könnten ja unter Umständen wildern. Daß die überwiegende Mehrzahl von Stadthunden allein danach strebt, auf freier Wildbahn ein Geschäft zu verrichten, das ihr in der Stadt mehr und mehr schwer gemacht wird, das wird nicht in Betracht gezogen. Es postieren sich immer mehr zivile Männer, die privatim um das Gemeinwohl besorgt sind, an Straßenecken, unter Bäumen und Sträuchern, um über die Sauberkeit unserer schönen und so sauberen Städte zu wachen-

Taucht ein Hund auf, dann bekommt ihr Blick – der Blick der Männer – etwas Starres und Lauerndes: Wird es geschehen? Und geschieht es, dann schwingen die Erzürnten ihre Stöcke oder Schirme, manchmal auch ihren Hut; sie beschimpfen den Hund, der sie meist nicht versteht, und den Hundebesitzer, der sie niemals versteht.

Die Gemeinden und Städte kassieren fleißig Hundesteuern. Damit setzen sie die Existenz von Hunden voraus, und die meisten Polizisten zeigen genügend Vernunft, um einzusehen, daß Hunde nun einmal nicht auf den Topf gesetzt werden können. Die Polizisten wenden sich also meist diskret ab.

Nicht so die vom Anti-Hund-Virus Befallenen. In einer großen deutschen Zeitung war unlängst eine Liste derjenigen Krankheiten veröffentlicht, die durch Hunde auf den Menschen übertragen werden können – mit der unverkennbaren Tendenz: abschießen!

Die Liste sollte ergänzt werden mit einer Aufstellung der Eigenschaften, die Menschen auf Hunde übertragen können: Bösartigkeit, Dummheit, Intoleranz.