Auf dem CDU-Bauernkongreß in Oldenburg wurde ein Mann mit spontanem Beifall bedacht, den die Veranstalter zwar nicht eingeladen hatten, der dennoch gekommen war. Obwohl Bundesernährungsminister Schwarz nur ein kurzes Grußwort sprechen durfte, war der Beifall laut und herzlich.

Schwarz hat in seiner fast sechsjährigen Amtszeit alles in seiner Macht Stehende getan, um die Lage der Bauern zu verbessern und sie für die EWG fit zu machen. Jetzt soll er mit seinem Staatssekretär Hüttebräuker offensichtlich dafür verantwortlich gemacht werden, daß in Brüssel der Getreidepreis stärker gesenkt wurde, als Bauernführer Rehwinkel es vorher „genehmigt“ hatte.

Offensichtlich hat Rehwinkel vergessen, daß er sich einst damit brüstete, der Kanzler habe ihm ein Mehrfaches dessen geboten, was er verlangt habe. Im übrigen haben weder Schwarz noch Hüttebräuker in Brüssel der Getreidepreissenkung zugestimmt, sondern Wirtschaftsminister Schmücker auf Weisung des Kanzlers. Es ist also billig, Schwarz jetzt durch Verachtung strafen zu wollen.

Wenn es schließlich nicht gelang, höhere Gegenleistungen der EWG-Partner für die deutschen Zugeständnisse zu erhalten, lag das nicht zuletzt an den öffentlichen Äußerungen Rehwinkels über sein „Abkommen“ mit Erhard. K. S.