In einem Sonntags – Entschluß entschied sich

Bundeskanzler Ludwig Erhard gegen den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Ägypten und für die Aufnahme solcher Kontakte zu Israel. König Hassan von Marokko sagte seinen Besuch ab. Mehrere arabische Botschafter in Bonn wurden nach Bagdad zurückberufen. Vertreter der dreizehn Staaten der Arabischen Liga trafen in Kairo zu einer Sondersitzung zusammen.

Der aus den USA zurückgerufene CDU-Abgeordnete Kurt Birrenbach wurde von der Bundesregierung als Sondervermittler nach Israel entsandt. Franz-Josef Strauß ließ politische Absichten seines jüngsten Geheimaufenthalts in Amerika dementieren. Das ägyptische Fernsehen sendete eine Geständnis-Erklärung des spionageverdächtigen Deutschen Wolfgang Lotz und seiner Frau. In Syrien wurden drei westliche Mineralölgesellschaffen verstaatlicht. Transaktionen in Höhe von 80 Millilonen DM und beträchtliche Krediterleichterungen sieht ein zwischen Paris und Kairo abgeschlossenes Handelsabkommen vor.

Mit zwei Bataillonen „Ledernacken“ der Marine-Infanterie schickte die amerikanische Regierung zum erstenmal reguläre Bodentruppen nach Südvietnam. Einer den Nordvietnamesen zugedachten sowjetischen Düsenjägerstaffel wurde die Zwischenlande-Erlaubnis auf chinesischem Boden verweigert. Das Moskauer KP-Konsultativ-Treffen ging mit einem Peking schonenden Kommuniqué und vager Ankündigung einer Weltkonferenz zu Ende. Nach dem Eingreifen sowjetischer Polizei gegen antiamerikanische Studentendemonstrationen erreichten die Beziehungen zwischen Moskau und Peking einen neuen Tiefstand. Die Wahlen im südvietnamesischen Staat Kerala endeten mit einem Erfolg der chinesisch-orientierten Kommunisten.

Ihren ersten Deutschland-Besuch als Ministerpräsident und Außenminister Großbritanniens begannen Harold Wilson und Michael Stewart in Berlin. In den Bonner Gesprächen zwischen den britischen Gästen und dem Bundeskanzler wurde noch nicht über eine eventuelle Verringerung der Rheinarmee entschieden. Bei der Behandlung des Gesetzes zur Abschaffung der Todesstrafe erlitt die Labour-Regierung im Unterhaus ihre erste Abstimmungsniederlage. Nach einer Meinungsumfrage entschieden sich mehr Engländer als je zuvor für einen Beitritt Großbritanniens zur EWG.

In Westberlin wurden erneut sechzehn Passierscheinstellen geöffnet. Willy Brandt äußerte den Wunsch nach einem Berlin-Besuch Charles de Gaulles. In Ostberlin traf die Witwe Patrice Lumumbas zur Teilnahme an einem internationalen Frauentag ein. Eine Kongo-Konferenz von 35afrikanischen Außenministern in Nairobi brachte keine gemeinsame Entschließung zustande. Während seines Urlaubs in der Schweiz wurde Bundesminister Ludger Westrick mit einer Lebererkrankung ins Hospital eingeliefert.

Das Düsseldorfer Innenministerium meldete einen starken Rückgang von Alkohol-Verkehrsunfällen. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Franz Meyers sprach sich gegen ein Verbot des Werbefernsehens aus. Über die Vermögensbildung der Bau-Beschäftigten kam es zu einer Einigung. Die Henschel AG. schloß auf der Leipziger Messe einen Vertrag über die Lieferung einer kompletten chemischen Fabrik nach Schwarzheide in der Lausitz ab.

In der Sowjetunion wurde die Produktion von Wodka aus Korn verboten Wegen rüpelhaften Benehmens des Publikums wurden in Warschau Theatervorstellungen für Jugendliche eingestellt, In der Nähe von Madrid kam es zu einem Schußwechsel zwischen Studenten und Polizei. Seine fünfte Eheschließung (mit einer Spanierin) vollzog in Genf der amerikanische „Tarzan“- und „Old Shatferhand“-Darsteller Lex Barker. Beim ersten Beweistermin im Beleidigungsprozeß Strauß–Augstein ließ sich der CSU-Vorsitzende von seinem Anwalt vertreten.