Geschichte treiben setzt das Wissen darum voraus, daß man damit etwas Unmögliches und dennoch Notwendiges und höchst Wichtiges anstrebt. Geschichte treiben heißt: sich dem Chaos überlassen und dennoch den Glauben an die Ordnung und den Sinn bewahren.

Hermann Hesse

Unfairer Wettbewerb

40 % mehr Studenten als im vergangenen Jahr erwarten die amerikanischen Colleges für den Herbst 1965 und befürchten, daß dadurch die Kapazität der Ausbildungsstätten empfindlich überschritten wird (selig, wer solche Zustände noch befürchten kann). Amerikas lernbegierige Jugend hat sich also demnach nicht sehr beeindrucken lassen von der Feststellung, die Arbeitsminister Willard Wirtz kürzlich machte: „Die Maschine hat heutzutage auch eine höhere Schulbildung insofern, als sie den meisten Berufen, die ein Abiturient ergreifen kann, genausogut gewachsen ist. Da die Maschinen aber für weniger als einen Lebensunterhalt arbeiten, werden sie die Stellung bekommen. Ein Mensch braucht vierzehn Jahre Ausbildung, bevor er mit Maschinen konkurrieren kann.“

Gemeint waren die anderen

Von Carl Zuckmayer wurden wir gebeten, folgendes zu veröffentlichen: „Auf Grund von Zuschriften halte ich eine Klarstellung zu meiner in der ZEIT Nr. 8 vom 19. 2. 1965 erschienenen Glosse ‚Sollen wir unsere Kritiker erschießen?‘ für geboten. Ich gebrauchte darin die Wendung vom ‚kleinen Gernekraus in Wien, vom großen Möchtekerrn in Berlin und anderswo‘. Wer immer sich durch diese Worte getroffen fühlen könnte, sei versichert, daß gerade er nicht gemeint ist.“

Selbsttäuschung