Schulabschluß, Konfirmation, Kommunion, Weihestimmung – da wird der frivolste Onkel ernst, und keiner Großmutter fiele es ein, „Wo-ist-der-Schatz?“-Schmöker zu verschenken.

Ernst des Lebens – fast erwachsen – aber ein Buch soll dabei sein, und das ist recht so. Bücher sind Freunde, und Freunde in der Not prüft man auch nicht so gründlich, sondern ist froh, daß sie da sind.

Diese (um es auf einen Nenner zu bringen) Konfirmationsfreunde bieten sich im vertrauensvoll würdigen Gewand an, sind gar nicht zu verfehlen. Sie mahnen den nunmehr Erwachsenen, an die ewigen Werte zu denken, und so verkaufen sich diese Gelegenheitsbücher mehr ihres Images als ihres Inhalts wegen.

Geschichten aus der Bibel werden jugendgemäß oder gar „modern“ nacherzählt, wobei simplifizierte psychologische Motivierungen die Vorgänge von Schöpfung, Sündenfall und Kinderleben im Alten Testament plausibel machen sollen; Jahrbücher bieten sich an, in denen das kursorische Häppchen-Wissen, das dem Jugendlichen aus Lesebüchern und Zeitschriften ohnehin nur zu vertraut ist, noch weiter ausgewalzt wird, meistens von den typischen „Auswahl“-Autoren, deren Name im Inhaltsverzeichnis als Güte-Garantiesiegel glänzt.

Dann gibt es Bücher um Freiheit und Menschenwürde, in denen die Sätze reichlich mit emotionell geladenen Adjektiven dekoriert, dafür ohne präzisen Aussagewert sind.

Fäuste donnern dort auf Tische, lange knochige Finger treiben mit biegsamen Gerten Symbolisches, es wird nachdenklich geschwiegen und erregt gesprochen, und das Recht liegt natürlich beim geknechteten Schwächeren.

Gutgemeintes, aber vollkommen verfehltes Schwarzweiß: da taucht wieder die alte Idee vom Kindgemäßen auf, die Wirklichkeit wird noch einmal zu einer Portion Spinat verkocht, und es wird dabei übersehen, daß Konfirmanden schon seit geraumer Zeit nicht mehr im elfenbeinernen Kinderstübchen-Turm leben. Ihnen dient keine fragwürdige Konfektion, die nur eine Lücke im Konsumbedarf des Lesens (und Verkaufens) füllen soll.