Die Kritik an den sprunghaft steigenden Investitionen der Amerikaner in aller Welt wächst. Während die Wirtschaft der „betroffenen“ Länder die Überfremdung fürchtet, hat die amerikanische Regierung zunehmend Sorgen, weil durch den Kauf und den Ausbau von Unternehmen im Ausland die amerikanische Zahlungsbilanz seit Jahren passiv ist und immer mehr Gold abfließt. Deshalb hat Präsident Johnson in diesen Tagen führenden Industriellen nahegelegt, ihre Anlagepläne im Ausland um mindestens 15 Prozent zu kürzen und amerikanische Firmen in der Welt aufgefordert, ihre Gewinne mehr als bisher in die USA zu überweisen. Der Schwerpunkt der Investitionen, der früher in den südamerikanischen Ländern und dem benachbarten Kanada lag, hat sich seit einigen Jahren wegen des kräftigen Wirtschaftswachstums, der niedrigeren Arbeitskosten und des Entstehens der EWG- und EFTA-Märkte nach Europa verlagert. So hoch die Beteiligung der Amerikaner in bestimmten Wirtschaftszweigen (besonders in der Mineralöl- und Automobil-Industrie) in einzelnen Ländern auch ist, ihr Anteil an der Gesamtwirtschaft wird oft überschätzt. Er erreicht in der Bundesrepublik, noch nicht fünf Prozent des gesamten industriellen Anlagevermögens. Neben den privaten Direktinvestitionen im Buchwert von 40,6 Milliarden Dollar haben die Amerikaner noch 15,4 Milliarden Dollar in ausländischen Wertpapieren angelegt. In internationale Gesellschaften, deren Kapital breit in der Welt gestreut ist, investierten die Amerikaner bis 1963 rund 1,7 Milliarden Dollar.