Ohne gleich auf eine „Auslandsmüdigkeit“ der Bundesbürger schließen zu wollen, so steht nach Untersuchungen der Deutschen Bundesbank fest, daß die Deviseneinnahmen aus dem Reiseverkehr in den letzten beiden Jahren wesentlich stärker gestiegen sind – als die Ausgaben für Auslandsreisen. Das heißt, daß das Interesse der Ausländer am Reiseland Bundesrepublik Deutschland beträchtlich zugenommen hat. Nach dem „Pegel“ der Deutschen Bundesbank gab es auch Verschiebungen auf der Rangliste der bevorzugten Reiseländer. Danach hält Österreich mit 25 Prozent aller Reiseausgaben in der Feriensaison 1964 eindeutig den ersten Platz; auf Italien (Platz 2) entfallen 16 Prozent der Reiseausgaben; dann folgen Holland, die Schweiz, Frankreich, Spanien und die USA. Während Österreich seine Spitzenstellung sogar noch festigen konnte und auch Griechenland und Jugoslawien stärker aufholten, wurde der deutsche Devisenstrom nach Italien, Holland und der Schweiz schwächer. Der wichtigste Grund hierfür dürfte nach Meinung der Bundesbank die Teuerungswelle in einigen Reiseländern sein. So stiegen die Lebenshaltungskosten vom Herbst 1961 bis Herbst 1964 in Italien allein um 21 Prozent, in Holland und Frankreich um 14 Prozent, in der Bundesrepublik jedoch nur um neun Prozent.