Von Werner Höfer

Er ist einer der 51 000 Männer der in der Bundesrepublik stationierten Britischen Rhein-Armee und „Mitverbraucher“ der beiläufig 85 Millionen Pfund, die von den Steuerzahlern diesseits und jenseits des Kanals für diese Truppe aufgebracht werden müssen. Um diese Kosten gibt es alle Jahre wieder lebhafte Diskussionen zwischen London und Bonn – wie in diesen Tagen, als Premierminister Harold Wilson in Berlin und Bonn Besuch machte.

Feldwebel Edward Pinch liest und hört von diesen Auseinandersetzungen, ohne sich davon anfechten zu lassen, denn er ist Soldat. Er tut seine Pflicht und genießt sein Leben. Pflichterfüllung und Lebensgenuß vollziehen sich in einer größeren Kleinstadt in der Nähe einiger richtiger Großstädte, irgendwo im Rheinland.

Nun war der Sergeant Pinch in die ganz große Stadt gekommen. In einem Pub hatte er sich ein paar Bierchen und ein Schwätzchen geleistet, vor dem Dom ließ er sich willig photographieren, von fröhlichen Zechern mit einem „Guten Tag, Herr General!“ begrüßt. Dann stellt-er sich zu einem Gespräch, das er sitzenderweise in strammer Haltung durchsteht, bei einer Tasse Kaffee, die er Tee vorzieht, und englischen Zigaretten, die er nur im Notfall durch deutsche Marken ersetzt.

„Sie stammen aus...“

„... London. Da habe ich jedenfalls zuletzt gewohnt, bevor ich zur Armee ging.“

„Haben Sie den Krieg kennengelernt?“