Der Bundesverband der Deutschen Industrie hat es sich selten leichter gemacht als mit seiner jüngsten „Grundsatzerklärung zur vertikalen Preisempfehlung“: Mit dem Blick auf die Beratungen im Wirtschaftsausschuß, die auf eine Einschränkung von Preisempfehlungen abzielen, preist der BDI dieses Instrument in den höchsten Tönen und verwahrt sich gegen jede Einschränkung. Der Verband behauptet, empfohlene Verbraucherpreise verbesserten die Markttransparenz für die Verbraucher, dies, obgleich wenige Praktiken in der Öffentlichkeit mehr Verdruß bereitet und heftigere Reaktionen ausgelöst haben als eben die Empfehlung fiktiver, in keiner vernünftigen Relation zum Marktpreis stehender Endverbraucherpreise durch den Hersteller, deren Einhaltung von vornherein nicht erwartet wird.

Der Volksmund hat hierfür die treffende Bezeichnung „Mondpreise“ geprägt und damit deutlich gemacht, was davon zu halten ist. Die Berufung auf das Verbraucherinteresse kann man deshalb nur als Hohn empfinden.

Erst recht grotesk aber mutet das Plädoyer des BDI für die vertikale Preisempfehlung an, wenn er sich dabei auf die angeblichen Vorteile dieses Instruments für den Handel beruft: wenn es nämlich einen Punkt gibt, über den man sich in Kreisen des – sonst häufig zerstrittenen – Handels einig ist, dann über die Preisempfehlung, die man vom Gesetzgeber lieber heute als morgen geächtet sähe – im Interesse des Handels wie der Verbraucher. W. B.