Wahlen in drei Ländern

Ohne größere Machtverschiebungen verliefen am Sonntag die Parlamentswahlen in Argentinien, die Kommunalwahlen in Frankreich und die Präsidentenwahlen am Nil.

Argentinien: Im neuen Parlament verfügt die volksradikale Partei Präsident Illias über die meisten Sitze (75 von 192). Illia kann jedoch nur mit Hilfe von Splitterparteien regieren. Mehr Stimmen noch als seine Partei (2,62 Millionen) erhielt die peronistische Volksunions-Partei (2,77). Wegen bestimmter Wahlgesetzklauseln wurden ihr jedoch nur 35 Sitze zugesprochen. 17 Sitze werden von den Neoperonisten eingenommen, die sich von dem in Spanien lebenden Ex-Diktator Perón losgesagt haben. Es ist möglich, daß die Volksunion nachträglich ausgeschlossen wird, weil sie die Rückkehr zur Diktatur erstrebt.

Frankreich: Zum erstenmal unternahm die neue gaullistische „Union für die Neue Republik“ einen Ansturm auf die Rathäuser. Die Gaullisten versprachen sich gute Chancen von dem neuen Wahlgesetz, das die Parteien zwang, Listenverbindungen schon vor dem 1. Wahlgang bekanntzugeben. (Wenn eine der Parteien nicht die absolute Mehrheit erhält, muß eine Woche später eine Stichwahl stattfinden, bei der einfache Mehrheit entscheidet.) Früher verbündeten sich die Parteien erst beim zweiten Wahlgang, so daß die gaullistischen Neulinge zumeist abgeschlagen wurden. Trotz des neuen Gesetzes gelang den Gaullisten kein größerer Einbruch in die Reihen der alten Parteien.

Ägypten: Gamal Abdel Nasser, einziger Kandidat, wurde mit 99,999 Prozent für weitere sechs Jahre zum Präsidenten gewählt.