Zurückhaltend wie stets gab Geschäftsinhaber, Dr. Eduard von Schwartzkoppen, nicht viel Auskunft über die Erträge der Berliner Handels-Gesellschaft, Frankfurt–Berlin, die als filiallose Bank das Kreditgeschäft mit bedeutenden Kunden „en gros“ betreibt. Er deutete jedoch an, daß der Gewinn 1964 höher war als im Vorjahr. Die Steuern sanken allerdings von 5,2 auf 4,6 Millionen Mark. Grund dafür waren die Belastungen für das im Bau befindliche neue Verwaltungsgebäude, das 50 Millionen Mark kosten wird, und die höhere Ausschüttung der wieder 18prozentigen Dividende auf das um 6 auf 36 Millionen Mark erhöhte Kommanditkapital. Das Kreditvolumen wuchs um rund 25 Prozent auf 882 Millionen Mark. Die Zins- und Diskonterfräge nahmen auf 17,6 (Vorjahr 16,6) Millionen Mark zu, die Erträge aus Provisionen und Gebühren stiegen von 16,4 auf 18,8 Millionen Mark. Bei einer um 12,7 Prozent auf 1,27 Milliarden Mark gewachsenen Bilanzsumme erhöhten sich die Einlagen von 0,97 auf 1,07 Milliarden Mark.

Eine Hoffnung auf einen Stinnes-Bonus sollten sich die Aktionäre nicht machen, meinte Vorstandsmitglied Hans Götz von der Investitions- und Handels-Bank AG (IHB), Frankfurt, und Walter Hesselbach, als Vorstandsvorsitzer der Bank für Gemeinwirtschaft AG (BfG), die über 78 Prozent des IHB-Kapitals von 41 Millionen Mark besitzt. Vom Überschuß aus der Veräußerung der ehemaligen Stinnes-Industriebeteiligungen von etwas über 10 Millionen Mark erholte die IHB nur einen Teil. Die Bilanzsumme der Bank hat sich 1964 um 35 (Vorjahr 10) Prozent auf 1,09 Milliarden Mark erhöht. Obwohl sie wiederholt im Gespräch gewesen sei, sagte Götz, habe sie keinen Kunden verloren, sondern neue hinzugewonnen. So wuchs das Kreditvolumen von 758 Millionen auf 101 Milliarden Mark. Voraussichtlich dürfte das Kapital in diesem Jahr im Verhältnis 5:1 zum Kurs von 150 Prozent aufgestockt werden. Trotz der Versicherung, daß im letzten Jahr die Erträge mit der Geschäftsentwicklung Schritt gehalten haben, wurden die offenen Rücklagen nicht verstärkt. Den Aktionären wird eine Dividende von 12 (Vorjahr 10 plus 2) Prozent vorgeschlagen.

Bei der Deutsche Centralbodenkredit-AG, Berlin-Köln, ist die durch die neuen Abgrenzungsvorschriften des § 25 Hypothekenbankgesetz eingetretene Ertragsminderung teilweise durch Zinsen auf nachträglich erhöhte Ausgleichsforderungen ausgeglichen worden. Die Bank zahlt für 1964 wieder eine Dividende von 16 Prozent. Den Rücklagen wurden 5 Mill. DM aus dem Ertrag und 1 Mill. DM aus der Erhöhung des Eigenkapital’s in der DM-Eröffnunqsbilanz zugeführt. Um die Umlaufsgrenze auszuweiten, beantragt der Vorstand ein genehmigtes Kapital von 4 Mill. DM. Die Bilanzsumme übersteigt jetzt den Betrag von 2,25 Mrd. DM und der Umlauf an Schuldverschreibungen (einschl. Globaldarlehen) die 2-MiIliarden-Grenze.

Bei der Schultheiss-Brauerei traf im Geschäftsjahr 1963/64 (30.9.) eine Umsatzsteigerung von 8,5 Prozent auf 125,5 Mill. DM ein. Der Ausstoß nähert sich jetzt der 2-Millionen-Hektoliter-Grenze. Das günstige Ergebnis gestattet die Ausschüttung einer Dividende von 17 (16) Prozent. Im Exportgeschäft erfolgte eine Umorientierung. Maßgebend dafür waren neben ungünstigen Standortbedingungen der Exportabteilung eine exporthemmende Zollpolitik der bisherigen Einfuhrländer. Die Brauerei hat, mit Ausnahme des Weißbiergeschäffes in den USA, die Ausfuhren nach Übersee eingeschränkt und dafür in Vorbereitung auf den größeren europäischen Markt die Verkaufsstützpunkte über die Abteilung Bochum in den benachbarten EWG-Ländern weiter ausgebaut. Von einer Beteiligung am Bau einer Brauerei in Reggio, Calabrien will die Haase-Brauerei GmbH, Hamburg, (eine 70prozentige Schultheiss-Tochfer) Abstand nehmen, nachdem sich hinsichtlich der Bereitstellung von Staatsmitteln unübersehbare Verzögerungen ergeben haben.

Bei der Deutsche Hypothekenbank (Actien-Gesellschaft), Hannover und Berlin, stieg im Geschäftsjahr 1964 die Bilanzsumme von 1,2 auf 1,5 Mrd. DM. Der Umlauf an Schuldverschreibungen steigerte sich um 223 Mill. auf 1,245 Mrd. DM. Die langfristigen Ausleihungen stiegen um 213 auf 1,18 Mrd. DM. Dieser starken Ausweitung folgte auch eine innere Stärkung der Ertragskraft des Unternehmens. Es verbleibt ein. Gewinn von 6,1 Mill.; er ist mit 2,9 Mill. zur Stärkung der gesetzlichen Rücklage und mit 3,2 Mill. zur Ausschüttung einer Dividende von 16 Prozent vorgesehen.

Die Hypothekenbank in Hamburg verzeichnete in fast allen Sparten ihres Geschäftes im Jahre 1964 stattliche Zuwachsraten. Die Bilanzsumme stieg um 23 (21) Prozent auf 1,388 Mrd. DM. Der Absatz von 295,2 (229,4) Mill. DM Schuldverschreibungen führte den Umlauf dicht an die gesetzliche Grenze heran, so daß das Institut zu Beginn dieses Jahres das Kapital um 4 auf 16 Mill. DM erhöhte (Ausgabekurs 180 Prozent). Zurückgehalten hat sich das Institut im Neugeschäft mit Kommunaldarlehen. Obwohl die Nachfrage nach langfristigen Darlehen das ganze Berichtsjahr hindurch lebhaft blieb, waren nach Eintritt der Zinssteigerungen Abschlüsse mit ausreichendem Nutzen nicht mehr zu erzielen. Die Ertragslage der Bank war wieder gut, wenn auch der verfügbare Gewinn wegen der Bilanzierungsumstellung (nach der 5. Novelle des Hypothekenbankgesetzes) geringer geworden ist. Die Bank hat deshalb auf nicht notwendige Sonderabschreibungen verzichtet. Den Rücklagen wurden wieder 3,5 Mill. DM zugeführt. Die Dividende blieb mit 16 Prozent unverändert.

Bei einer Zuwachsrate im Stromverkauf der Nordwestdeutsche Kraftwerke AG, Hamburg, von 8,7 (8,6) Prozent stiegen 1963/64 die Umsätze um 8,1 (8,7) Prozent auf 309,2 Mill. DM. Der Steueraufwand ist um 6,7 Prozent auf 35,8 Mill. DM gewachsen. Berücksichtigt man, daß wegen der im Geschäftsjahr 1963/64 erfolgten Ausgabe von Gratisaktien im Verhältnis 9:1 ein höherer Betrag zur Bedienung des Grundkapitals mit einer Dividende von 13 (12 +1) Prozent erforderlich ist, für den der ermäßigte Körperschaftsteuersatz für ausgeschüttete Gewinne in Anspruch genommen werden kann, so liegt auf der Hand, daß der Gewinn mindestens ebenso kräftig gestiegen ist wie der Umsatz.

In den ersten fünf Jahren seines Bestehens, von 1960 bis 1964, stieg die Bilanzsumme des Bankhauses Friedrich Simon KG aA, Düsseldorf, von 16,3 auf 294,3 Mill. DM. In der gleichen Zeit nahmen die gesamten Ausleihungen von 3,2 auf 188,2 Mill. DM zu. Die der Bank zur Verfügung stehenden fremden Mittel stiegen von 3,2 auf 292,9 Mill. DM. Das Grundkapital wurde von 12 auf 18 Mill. erhöht, die Rücklagen auf 3,5 Mill. angereichert. Für 1964 verteilt das Düsseldorfer Bankhaus eine Dividende von 10 (8) Prozent.