Eine Untersuchung der amerikanischen Wirtschaftszeitschrift „Fortune“ über die Auswirkungen der Automation (Die ZEIT Nr. 6 und 7) kam zu dem Schluß, daß die Gefahren des technischen Fortschritts zumeist weit übertrieben worden sind. Welche Ansichten herrschen in der Bundesrepublik darüber vor? Anläßlich des von der IG Metall veranstalteten Kongresses „Automation – Risiko und Chance“ stellte unsere Mitarbeiterin Rosemarie Winter einigen mit den Problemen der Automation vertrauten Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik die folgenden Fragen.

Frage: Wird die Automation in der Bundesrepublik zu Arbeitslosigkeit führen und welche Maßnahmen gibt es – falls nötig, um eine solche Entwicklung zu verhindern?

Dr. Günther Friedrichs, Vorstandsmitglied der IG Metall und deren Experte für Fragen der Automation:

„Es ist natürlich obskur, wenn andere Leute behaupten, daß technischer Fortschritt notwendigerweise Arbeitslosigkeit hervorrufen müsse. Die Bedingungen dafür lauten wie folgt: Auf der einen Seite erbringt der technische Fortschritt eine Einsparung von Menschen, auf der anderen die allgemeine Produktionsentwicklung. Steigt das Wirtschaftswachstum stark, sind keine Freisetzungen zu befürchten. Die Frage ist, schaffen wir es in Zukunft, regelmäßig ein Wirtschaftswachstum in einer Größenordnung zu haben, das die technisch möglichen Freisetzungen auffängt. Was wir der Regierung vorwerfen, ist, daß man den Dingen ihren Lauf läßt und sich nicht rechtzeitig darum kümmert.“

Prof. Dr. Siegfried Balke, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände:

„Die Automatisierung hat keine Massenarbeitslosigkeit hervorgerufen, sie verursacht aber Ausbildungs- und Umschichtungsprozesse. So hat die Herstellung von Vorrichtungen zur Automatisierung einen neuen Industriezweig erstehen lassen, der arbeitsintensiv ist und qualifizierte Kräfte benötigt. Die sich stufenweise entwickelnde Automatisierung wird möglicherweise eine gewisse technologische Arbeitslosigkeit als Übergangserscheinung zeitigen.“

Dipl.-Ing. G. Kienbaum, Minister für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr in Nordrhein-Westfalen: