Und schließlich verfügen wir in Amerika noch über eine Trumpfkarte, die auszuspielen man sich fast schämt: Der amerikanische und der deutsche Kleinbürger haben sich nach dem Zweiten Weltkrieg entdeckt und sind seitdem ein Herz und eine Seele. Der Mister Babitt aus Sinclair Lewis’ weltberühmtem Roman und der deutsche Spießer werden sich, wann immer sie zusammenkommen, gerührt in die Arme sinken. Und die Babitts bedeuten Wählerstimmen – Repräsentantenhaus und Senat haben auf sie Rücksicht zu nehmen. Das heißt mit anderen Worten, daß Repräsentantenhaus und Kongreß auf die Seelenverwandtschaft der amerikanischen Babitts mit den deutschen Spießern Rücksicht zu nehmen haben.

Dieser langen Rede kurzer Sinn ist folgender: Es ist weit weniger zu befürchten, daß die Amerikaner uns sitzen lassen, weil sie uns nicht mögen; viel größer ist die Gefahr, daß die Amerikaner, weil de Gaulle endgültig aus dem westlichen Bündnis ausschert und die Engländer nicht wissen, was sie wollen, auf eine "Achse" Washington–Bonn zurückfallen. Und dies wäre, das ist meine unmaßgebliche Meinung, für jedermann weitaus gefährlicher als die von Joseph Kraft überzeugend geschilderte Prestige- und Popularitätseinbuße der Bundesrepublik in den Vereinigten Staaten.