Natürlich, man kann dem Frühling entgegenfliegen. In wenigen Stunden ist man jenseits der Alpen. In Tunis oder Sorrent mag man schon in den Cafés auf den Straßen sitzen, während man in Frankfurt oder Hamburg den Pelz noch als angenehm empfindet. Und wenn man vielleicht schon in Rom auf der Spanischen Treppe sitzend Sonne und blauen Himmel genießen kann, ist das Warten auf den Frühling weiter nördlich noch Gesprächsthema.

Aber man braucht ihm nicht entgegenzufliegen, manjsann ihm auch schon in der Bundesrepublik an der Bergstraße zwischen Darmstadt und Heidelberg begegnen, oder in der Wiesbadener Talmulde, wo 330 000 Obstbäume – recht früh, schon im März – einen großen Blütengürtel bilden. Der Wiesbadener zieht nach Trauenstein oder Sonnenburg zur Baumblüte, wie früher der Berliner nach Werder fuhr oder der Hamburger ins Alte Land fährt.

Zu Ostern (16. bis 19. April) werden diverse Reisewellen einsetzen; Berlin wird wieder Rekordbesuche zählen (die drei Fluglinien setzen Sonderflüge ein, bei großem Andrang kann kurzfristig disponiert werden), die Autobahnen werden verstopft sein, der Reiselust kann für ein paar Tage gefrönt werden, wenn man Gedränge nicht scheut.

Die großen Reiseunternehmen oder Reisebüros tragen den „Osterspaziergängen“ Rechnung und bieten spezielle Osterreisen an. Aus der Fülle der Prospekte (im übrigen berät jedes Reisebüro) ein paar Hinweise und Anregungen:

Ostern in interessanten Städten – nennt Touropa sein Programm und bereitet Fahrten und Flüge nach Paris vor (Unterkunft und Frühstück, ab Frankfurt 149 Mark),

nach Rom (ab Frankfurt, Vollpension 294 Mark) und Wien (Unterkunft und Frühstück, ab Frankfurt 152 Mark).

Diese Fahrten werden mit den Touropa-Zügen unternommen. Und das Reiseunternehmen schreibt in seinem Prospekt: Wo alle Welt zu Ostern auf die Straßen verlockt wird, ist „in den Städten an solchen Feiertagen der Besucher König“. Ob er es auch bei den Osterfeierlichkeiten auf dem Petersplatz in Rom sein wird oder im Gewühl der Besucher der Sixtinischen Kapelle? Dennoch, für eine kurze Bildungsstippvisite mögen die Feiertage reichen. Und was Spanien angeht: Die Semana Santa im Süden des Landes ist ohnegleichen.