Die Folgen der Nahostkrise für die Bundesrepublik sind noch nicht abzusehen. Als einziger Erfolg für Bonn steht fest, daß Israel grundsätzlich zu vollen diplomatischen Beziehungen mit Bonn bereit ist, freilich zu etlichen Bedingungen.

Nasser hält für diesen Fall ein Arsenal von Repressalien bereit: Bruch mit Bonn, Anerkennung der DDR, Boykott westdeutscher Waren, Einstellung der Kreditrückzahlungen, Schließung der deutschen Schulen in Ägypten, Beschlagnahme des deutschen Vermögens (19 Millionen Mark).

Wie zu erwarten, ist es ihm jedoch nicht gelungen, alle arabischen Staaten auf den harten Anti-Bonn-Kurs zu bringen. Dank der Opposition seiner alten Gegenspieler – Feisal von Saudi-Arabien und Präsident Bourghiba aus Tunesien – sowie des Libanon kam die Bundesrepublik glimpflicher davon, als Nasser es gewollt hatte. Zumindest drei Staaten – Marokko, Tunesien und Libyen – wollen die Beziehungen zu Bonn aufrechterhalten. Zehn Länder widersetzen sich dem Plan eines Wirtschaftsboykotts gegen die Bundesrepublik. Sieben Länder wollen die DDR nicht anerkennen. Außer Ägypten werden vermutlich der Irak, der Jemen, Algerien, der Sudan und Kuwait diplomatische Vertreter nach Ostberlin entsenden.