Zum erstenmal seit seiner Rückkehr aus spanischem Exil in den vom Bürgerkrieg erschütterten Kongo, hat der stets lächelnde Ministerpräsident Moise Tschombé allen Grund, zufrieden zu sein. Erst übertrugen ihm die Belgier die Gewinnrechte der katangesischen Kupferminen, und nun gewährten ihm die Außenminister von 36 afrikanischen Staaten Einlaß zu ihrer Kongo-Konferenz in Nairobi.

Daß Tschombé kein Feigling ist, war bekannt; die Warnungen seiner Berater, nicht nach Nairobi zu reisen, da er dort ermordet werden könnte, schlug er achtlos in den Wind. Überraschend ist es dagegen, daß ihn nun – mit Ausnahme der Ägypter, Algerier, Sudanesen und Ghanaesen – fast alle afrikanischen Regierungen als legalen Premierminister des Kongos anerkennen und ihm nicht, wie noch im vergangenen Jahr in Kairo, die Tür wiesen.

Es wurde in Nairobi auch keine Resolution gegen Tschombés weiße Söldner und gegen sein Verbot oppositioneller Gruppen verabschiedet. Freilich konnten sich die Minister auch nicht darüber einigen, auf welche Weise das kongolesische Chaos aus der Welt geschafft werden sollte. So wird es also, trotz Tschombés triumphalem Lächeln und der nun stattfindenden Parlamentswahlen, dabei bleiben, daß noch kein Ende der Kongo-Krise abzusehen ist. D. St.