Es freut mich, daß Du auf den Inhalt meiner Dichtungen aufmerkst“, schrieb Alfred Mombert im April 1921 an einen Setzer, der meinte, dem Autor einen Rechenfehler korrigieren zu können, als er bei der Satzherstellung für die Neuauflage der Dichtung „Die Schöpfung“ an den Vierzeiler kam:

Im dritten Jahre vor dem Jahr zweitausend

warf ich dies Buch auf einen Riesentisch,

hörte das Meer, erschüttert drunter brausend,

und zog den großen Vorhang über mich.

Was der Setzer für einen Rechenfehler hielt, versuchte Mombert ihm als „Zeitrechnung von Innen“ klarzumachen: „... vielleicht verschwindet der scheinbare Rechenfehler vor 100 Jahren bei folgender Betrachtung: Das Buch erschien im Druck zum ersten Mal im Jahr 1897. Wahrhaft für das deutsche Volk ,erschienen‘ sein: ihm Erlebnis sein: ihm Wahrheit und Glück sein: wird es aber erst nach hundert Jahren, also: ‚Im dritten Jahre vor dem Jahr zweitausend‘ (1997). Die 25 Jahre, die heute an dem Warte-Jahrhundert verstrichen sind, lassen mich denken: ob die noch übrigen 75 Jahre genügen werden?“

Dieser Vorfall, er klingt wie eine Anekdote, mag als Beispiel für die Befremdung stehen, die Alfred Mombert außerhalb des Kreises der Freunde und Bewunderer selbst in den an Mystifikationen überreichen Jahrzehnten nach 1900 hervorrief: er kennzeichnet zum anderen Mombert selbst, der auch das Private und Alltägliche mystifizierte und mythisierte.