Englands Außenhandel hat sich gebessert. Das monatliche Defizit ist im Februar um mehr als die Hälfte kleiner gewesen als noch im Januar. Auch die letzten drei Monate zusammengefaßt, zeigen ein Bild, das zu einem vorsichtigen Optimismus berechtigt. Seit dem Dezember des vergangenen Jahres haben die Exporte der englischen Wirtschaft um 6 Prozent zugenommen, während gleichzeitig die Importe um 5 Prozent zurückgingen.

Dennoch, das Außenhandelsdefizit betrug im Januar umgerechnet immer noch rund 400 Millionen Mark. Und selbst die leichte Besserung hat eine außerordentliche Ursache. Durch den Hafenarbeiterstreik an der amerikanischen Ostküste gingen die Verschiffungen von Importen aus den USA merklich zurück. Noch ist also das Pfund nicht über den Berg. Bis zum Mai, dem Rückzahlungstermin des bereits einmal verlängerten 3-Milliarden-Dollar-Kredits, hat die Labour-Regierung noch Zeit, den Außenhandel Großbritanniens ins Gleichgewicht zu bringen.

Damit wäre aber erst die Voraussetzung erreicht, daß die Notenbanken Europas und der Vereinigten Staaten Wilson ihre weitere Unterstützung bei seinen Versuchen gewähren, die Abwertung des Pfundes zu verhindern. Bis England seine Schuld aus eigener Kraft abtragen kann, hat es noch einen weiten, bitteren Weg vor sich. mh