Nicht entsetzt, nicht erschrocken, ja nicht einmal überrascht waren die Vielen, die es mitansahen: Mit 100 km/st war ein schwerer Lkw-Transporter die breite Straße in einem Außenbezirk von Los Angeles entlanggerast; plötzlich geriet er aus seiner Spur und rammte die stählerne Leitplanke...

Die Hinzueilenden, nicht etwa Polizisten, Ärzte oder neugierige Passanten, sondern Techniker und Kameraleute, öffneten die Tür des verbeulten Fahrzeugs. Und jetzt konnte man es deutlich sehen: Der Mann, der da bewegungslos über dem Steuerrad des Unglückswagens hing, war wirklich tot – eine Stoffpuppe.

Dieser durch ein ferngelenktes Automobil herbeigeführte Unfall gehört zu einer Serie von Experimenten, die der Entwicklung besserer Schutz- und Leitplanken für Landstraßen und Autobahnen dienen.

Auf den Highways Kaliforniens experimentieren die Fachleute vorwiegend mit zwei Systemen: Cable Barrier heißt die Stahldrahtkonstruktion, die, gleich einem langen Tennisnetz, die Straße säumt und ausbrechende Wagen abfängt. Um einem übermäßigen Nachgeben des Metallgeflechts entgegenzuwirken, befestigt eine von Pfosten zu Pfosten gespannte Sahltrosse die Anlage.

Freilich hat sich diese Methode nur auf einem breiten Mittelstreifen bewährt, denn das zurückprallende Fahrzeug muß immer noch außerhalb einer befahrenen Spur stehenbleiben können.

Wirksamer ist die Beam Barrier: Starke, konkav geformte Stahlplanken verlaufen beiderseitig einer in Zement eingelassenen Holzpfostenreihe, wodurch das Fahrzeug in zwei Phasen abgefangen werden kann.

Indessen, eine schwerwiegende Unzulänglichkeit dieser Stahlbarriere konnten erst kürzlich Ingenieure des Cornell-Luftfahrt-Laboratoriums in Buffalo ausmerzen. So widerstandsfähig sich nämlich die Planken auch erwiesen hatten, so verheerend mußte sich bisweilen diese Festigkeit auswirken. Bei dem starken Druck verwölbt sich das Metall von der Seite nach unten, so daß auftreffende Fahrzeuge die schützende Schwelle einfach überrollen.