Die Bezeichnung „groß“ verdient die jüngste Verkehrsdebatte des Bundestages höchstens als quantitative Bezeichnung. Ihr Tagesordnungspunkt hatte achtzehn Unterpunkte. Was jedoch zu dem dringend der Antwort harrenden Bündel von Fragen gesagt wurde, war allzu bescheiden.

Verkehrsminister und Fachleute aller Fraktionen ließen es bei den üblichen Deklamationen und gegenseitigen Anwürfen bewenden: viele Fragen wurden überhaupt nicht erwähnte Dagegen rechneten sich Christliche Demokraten und Sozialdemokraten gegenseitig vor, wie stark in den von ihnen regierten Städten die Tarife der öffentlichen Verkehrsmittel während der vergangenen Jahre erhöht wurden.

Weder legte die Bundesregierung ein klares Sanierungsprogramm für die Bundesbahn auf den Tisch, noch ließ sich die Opposition zu diesem Thema etwas Überzeugendes einfallen. Weder wurde eine, Entscheidung über die defizitären Sozialtarife aller Verkehrsmittel angestrebt, noch über die Fragwürdigkeit kostspieliger Kanalbauten gesprochen.

Debatten dieser Art sind eine Vergeudung kostbarer Zeit. Damit mißachtet sich das Parlament selbst, zumal dann, wenn während der Aussprache im Plenum fast nur noch die Mitglieder des Verkehrsausschusses anwesend sind. j. e.