Für über 20,6 Milliarden Mark hatte die Bundesregierung am Ende vergangenen Jahres Ausfuhrbürgschaften, Garantien und Gewährleistungen im Wirtschaftsverkehr mit dem Ausland übernommen. Jährlich werden etwa 8 bis 10 Prozent der westdeutschen privaten Exporte auf diese Weise vom Bund gesichert, weil die Waren- und Kapitalausfuhr in zahlreiche Länder mit erheblichen wirtschaftlichen und politischen Risiken verbunden ist. Der Bund als Bürge möchte nicht mehr wie in fünfziger Jahren in erster Linie die Exportchancen kleinerer und mittlerer Unternehmen erhöhen, sondern auch den wirtschaftlichen Aufbau in den Entwicklungsländern fördern. Die Firmen sind jedoch nicht von allen Risiken befreit. Im wirtschaftlichen Schadenfall müssen sie mindestens 20 Prozent, im politischen Schadenfall mindestens 10 Prozent des Ausfalls tragen. Die Bürgschaften, die über die Hermes Kreditversicherungs-AG abgewickelt werden, kosten die Exporteure in der Regel weniger als ein Prozent des Ausfuhrwertes. Den Bund und damit den Steuerzahler können sie weit teurer zu stehen kommen, wenn die Empfängerländer ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Fast ein Drittel der Mittel des Bundeshaushaltes müßten dafür herhalten, die exportierende Wirtschaft zu entschädigen, falls alle verbürgten Auslandskredite auf einmal notleidend werden würden.