Eine neue „anti-kolonialisfische“ Welle geht zur Zeit durch einige Länder der Dritten Welt. Nasser bedrängt die arabischen Staaten, den Erdölvertrieb zu nationalisieren und die Gewinnanteile der Gesellschaften zu schmälern. Der ägyptische Präsident braucht einen Propagandaerfolg, nachdem seine Rivalen von der Baath-Partei in Syrien bereits Anfang März drei westliche Ölvertriebsgesellschaften verstaatlicht hatten.

In Indonesien hat Sukarno am Wochenende unter Druck der Kommunisten die Leitung der vier amerikanisch-holländischen Ölgesellschaften dem Staat unterstellt. Die Eigentumsrechte wurden jedoch bisher nicht angetastet, obschon die Verstaatlichung schon seit 1960 dekretiert ist. Seit 1945 ist westliches Eigentum in mehreren Ländern Asiens, Afrikas und Südamerikas enteignet worden.

1947/48: Argentinien und Brasilien kauften britische Bahngesellschaften auf.

1951: Persien nationalisiert Anglo-Iranische Ölgesellschaft.

1952: Bolivien nationalisiert die Zinngruben.

1956: Ägypten enteignet die Suezkanalgesellschaft.

1957: Ägypten nationalisiert ausländische Bank- und Versicherungsfirmen.