Der Importboom der letzten Monate hat zu einer Verringerung der deutschen Außenhandelsüberschüsse und damit zu einem Zahlungsbilanzdefizit geführt. Durch den Fortfall des Zustroms von Geld aus dem Ausland wird die Nachfrage auf dem Inlandsmarkt gedämpft. Der Bundesregierung und der Bundesbank ist dieser Zustand gar nicht so unangenehm, weil die Gefahren einer Konjunkturüberhitzung damit geringer werden. Ob ihre Hoffnungen in Erfüllung gehen, bleibt zunächst dahingestellt; denn manche Anzeichen deuten auf eine Umkehrung der Tendenzen hin.

Was nützt die beste Konkurrenzfähigkeit unserer Exportindustrie, wenn unsere Handelspartner nicht mehr in der Lage sind, unsere Waren zu bezahlen? Diese Gefahr taucht am Horizont auf, wenn aus der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) ein Agrarselbstversorger oder gar ein Uberschußgebiet für landwirtschaftliche Produkte wird. Sollten die bestehenden Agrarmarktordnungen unverändert bleiben und die noch beabsichtigten Marktanordnungen ebenfalls einseitig auf den Schutz der Produzenten ausgerichtet werden, benötigt die EWG, heute noch der größte Agrarimporteur, schon in wenigen Jahren kaum noch Lebensmittelimporte. Die Eigenerzeugung wird dann so groß sein, daß die EWG ihrerseits den Weltmark überschwemmt.

Unsere Ausfuhr gewerblicher Güter wird von den Empfängern zum Teil mit den Agrarerzeugnissen bezahlt, die sie an die EWG liefern. Es würde unseren Export treffen, sollten sie nicht mehr liefern können. sim.