Die Deutsche Lufthansa will in diesem Sommer im innerdeutschen Luftverkehr einen großen Sprung nach vorn machen. An jedem Werktag wird sie vom 1. April an rund 5000 Plätze für den Inlandverkehr bereitstellen, also 1000 Plätze mehr als bisher. Das Streckennetz wird um etwa 15 Prozent von 7500 auf 8600 Kilometer erweitert.

Damit hat es allerdings immerhin zehn Jahre gedauert, ehe es der Lufthansa nun möglich war, zwischen den beiden größten Städten der Bundesrepublik, zwischen Hamburg und München, eine Nonstopverbindung zu schaffen. Auch andere vom Publikum und von den Interessenvertretungen der Wirtschaft immer wieder geforderte Verbindungen mußten bis jetzt zurückgestellt werden. Wäre diese Vernachlässigung des Flugverkehrs innerhalb der Bundesrepublik nicht zu vermeiden gewesen?

Die Lufthansa ist beim Aufbau ihres Streckennetzes von außen nach innen vorgegangen. Bisher hatten die interkontinentalen Strecken, die auch das meiste Geld bringen, den Vorrang. Die Anstrengungen der nächsten Jahre sollen dem Ausbau des kontinentaleuropäischen Netzes dieren. Die Voraussetzung dafür schuf die Lieferung der Boeing 727, von der die Lufthansa nun elf Stück einsetzen kann. Dadurch wiederum werden Propellerflugzeuge frei, die auch für den innerdeutschen Nahverkehr eingesetzt werden können.

Der Sommerflugplan enthält übrigens die ersten Ansatzpunkte dafür, das innerdeutsche Flugretz zu entflechten. Künftig sollen möglichst viele cirekte Verbindungen am Knotenpunkt Frankfurt vorbeigeführt werden, um Stauungen zu vermeiden. Bisher diente das Luftkreuz Frankfurt auch für den innerdeutschen Dienst als Umsteigeplatz. hm