Präsident Johnson hat 11 dieser Woche sein Wort eingelöst, das er den amerikanischen Negern in seiner großartigen Kongreßrede gegeben hatte. Unter dem Schutz von 3072 Bundessoldaten, Nationalgardisten und Bundespolizisten konnten die Neger und ihre weißen Freunde endlich ihren Protestmarsch von Selma nach Montgomery, der Hauptstadt Alabamas, antreten.

Ein Bundesgericht hatte den Bürgerrechtlern erlaubt, gegen die Diskriminierung der wahlberechtigten Neger zu demonstrieren. Gouverneur Wallace war jedoch weder bereit noch imstande, die Demonstranten vor Angriffen weißer Rassenfanatiker zu schützen.

Der viertägige Marsch der Bürgerrechtler nach Montgomery wurde von zwei Nobelpreisträgern angeführt – Negerpastor Martin Luther King und UN-Sekretär Ralph Bunde. Ihnen folgten Priester und Geistliche Nonnen und Rabbiner, Gewerkschaftsführer, Schauspieler, Studenten, Arbeiter, Invaliden, Teenager, Greise, Mütter mit Babys, Weiße und Schwarze buntgemischt. Pfarrer King rief ihnen zu: „Wir werden unser Ziel erreichen, Alabama wird ein neues Alabama sein, seine Kinder werden schließlich ins gelobte Land einziehen.“