Die bundesdeutschen Zigarettenraucher haben sich – entgegen allen Erwartungen – von dem Bericht des Beratungsausschusses der amerikanischen Gesundheitsbehörde („Terry-Report“) über die gesundheitsschädigenden Auswirkungen des Zigarettenrauchens nicht beeindrucken lassen. Im Gegenteil! Der Zigarettenkonsum hat sich nach Mitteilung der Tabakindustrie im vergangenen Jahr um 4,7 Prozent auf annähernd 90 Millionen Stück erhöht.

Das ist einigermaßen verwunderlich, wenn man bedenkt, welch großes Aufsehen die Ergebnisse des Terry-Reports seinerzeit erregt und welch breite Publizität sie gefunden haben. Eine wirkungsvollere Anti-Werbung als der erwiesene Zusammenhang zwischen Zigarettenrauchen und Lungenkrebs – der Wink mit dem Gevatter Tod – hätte sich kaum denken lassen.

Die Steigerung des Zigarettenabsatzes hat indessen wieder einmal mehr gezeigt, daß dem Verbraucher mit Vernunftgründen nicht beizukommen ist, daß er offensichtlich einer eigenen „Konsumlogik“ gehorcht, wie sie beispielsweise auch dem Alkoholverbrauch „zugute gekommen“ ist:

Trink ich Wein

bin ich verdorben.

Laß ich’s sein,

bin ich auch gestorben.