"Gibt es nicht manchmal Unstimmigkeiten, Unlust, vielleicht sogar bei dem einen oder anderen eine kleine Depression? Alte Leute sind oft eigenwillig."

"Manchmal legt einer die Hände in den Schoß, starrt vor sich hin. Dann machen die anderen einen Bogen um ihn. Aber wenn es ihnen zu lange dauert, geht einer hin, klopft ihm auf die Schulter: He, sollen wir deine Arbeit machen, während du dich ausruhst? Dann geht es wieder."

In einer Vitrine des Sitzungszimmers stehen Beispiele aus der Produktion, Modelle von Kardankupplungen, Kran- und Baggersysteme, Bewegungsmechanismen aller Art, Kleinmotoren, sogar das Demonstrationsobjekt für einen Reißverschluß. Viele Berufsschulen bestellen bei der Genossenschaft; es werden ja auch immer wieder neue, modernere Modelle gebraucht.

Wer es sich zutraut, darf selber Aufträge besorgen; mit der Freude an der Arbeit und der Gemeinsamkeit bekamen die Männer offenbar ein Gefühl für die Werbung. Sie gehen einfach zu ihren ehemaligen Chefs und holen dort Arbeit, die schon lange auf die Ausführung wartet, einfache Verpackungs- und Montagearbeiten für die Ungelernten, Liebhaberbasteleien für die Findigen unter ihnen, so kürzlich die Restaurierung der beiden zwei Meter hohen flämischen Kronen aus der Leidener Universität, die bei einem Deckeneinsturz schwer beschädigt worden waren.

Die Arbeitszeit beträgt drei Stunden am Tag, dazwischen eine Kaffeepause. Hier werden neue Freundschaften geschlossen, denn es sind längst auch Penionäre aus anderen Betrieben dazu- – gekommen. "Manche wollen lieber vormittags kommen, manche nachmittags", erläutert der Professor, "aber fragen Sie selbst."

"Warum arbeiten Sie lieber vormittags?"

"Weil ich meiner Frau bei der Hausarbeit nicht im Wege sein will..."