Schweden will die parteigebundenen oder -orientierten Zeitungen staatlich subventionieren. Wenn im Reichstag alles so geht, wie es sich die Regierung wünscht, erhalten die Blätter schon vom Jahresbeginn 1966 an Zuwendungen aus Steuermitteln. Das Geld soll einem Pressefonds entnommen werden, der durch eine neue fünfprozentige Anzeigen-Umsatzsteuer gespeist wird.

Die Blätter der regierenden Sozialdemokraten sollen jährlich 12 Millionen Kronen erhalten, obwohl nur ein Fünftel der Auflage der schwedischen Tagespresse sozialdemokratisch genannt werden kann. Die konservativen Blätter würden 3,8, die Liberalen 4,5, die Agrarier 3,4 und die Kommunisten eine Million Kronen bekommen.

Von den 113 Tageszeitungen Schwedens werfen heute knapp fünfzig Prozent Gewinn ab. Seit dem Krieg in Korea sind etwa dreißig Prozent der Zeitungen eingegangen. Das ist eine ernste Bilanz für ein Land wie Schweden, das nach England die fleißigsten Zeitungsleser der Welt hat.

Gegner jeglicher Staatssubvention sind die Konservativen und Liberalen, deren Zeitungen „Svenska Dagbladet“, „Dagens Nyheter“ und „Expressen“ die größte Auflage haben, viel Geld einbringen und sich auch im Ausland eines guten Rufes erfreuen.

Für die Subventionierung sind die Sozialdemokraten, deren Zeitungen teilweise! mit großen Verlusten herausgegeben werden, wie etwa „Stockholms Tidningen“, die im letzten Jahr vierzehn Millionen Kronen Zuschuß von den Gewerkschaften annehmen mußte. Die Zeitungen der Kommunisten werden nur noch durch Mitgliederspenden am Leben gehalten.