Ob Ost, ob West –

im Haus am best’

(Altes deutsches Sprichwort)

Es ist höchstens dreißig Jahre her, da bestand die höchste Ferienseligkeit für fortschrittliche Reisende darin: Zu zweit im Paddelboot, mit Zelt und Spirituskocher in den Urlaub.

Camping existierte damals noch nicht, weder als Wort noch als Begriff, Schilder „Camping verboten“ fehlten. Irgendwo an einem Havelufer warteten alte Kähne mit bescheidenen Vorräten von Lebensmitteln, für die Bootsfahrer bestimmt.

Seitdem tat sich vieles im Reisesektor. Aber wenn man glaubt, der Wohnwagen oder Caravan sei das Letzte und Neueste auf diesem Gebiet...

Für die Saison 1965 soll etwas ganz Neues hinzukommen, aus den angelsächsischen Ländern: Man kann ein fertiges Haus kaufen, superleichte Konstruktion. Möbel, Kinder und andere sperrige Gegenstände können in dieses Ferienhaus verstaut werden, alles das wird auf einen Anhänger montiert, diesen hängt man dann an seinen Wagen und fährt los. Unübersehbarer Vorzug: Man ist überall zu Hause. Am Ziel wird das Haus vom Auto genommen. Von den eigenen vier Wänden grüßen vertraute Bilder, der Hausherr wiegt sich in seinem Schaukelstuhl und die Gattin sieht fern, in der Ferne.