Den 19. September hat der Bundespräsident auf Vorschlag der Bundesregierung als Termin für die Bundestagswahl bestimmt. Der ehemalige Hamburger Bürgermeister Max Brauer ist beim Kampf um eine Kandidatur für den Bundestag endgültig unterlegen. Die „Erdrufschwahlen“ in Ceylon brachten der Ministerpräsidentin Sirimavo Bandaranaike eine Niederlage. In Leningrad und anderen Orten der Sowjetunion sind bei den Gemeindewahlen Kandidaten des „Blocks der Kommunisten und Parteilosen“ durchgefallen.

Der Russe Alexej Leonow und sein Pilot Pawel Beljajew wurden nach dem ersten Salto mortale im Weltraum und nach der Flammenlandung in Sibirien von der sowjetischen Bevölkerung stürmisch gefeiert. Mit den Astronauten Virgil Grissom und John Young startete von Kap Kennedy aus die amerikanische Zwei-Mann-Raumkapsel „Gemini“. Zum Schutz gegen ungebetene Beobachter wurde auf dem Dach des amerikanischen Botschaftsgebäudes in Moskau ein Fernsehauge installiert.

Der sowjetische Außenminister Andrej Gromyko bestritt in London jegliche Wiedervereinigungs-Ab- und Aussicht. Zur Berichterstattung über die entmutigenden Gespräche mit seinem sowjetischen Kollegen traf der britische Außenminister Michael Stewart in Washington ein. Unter militärischem Geleit und unter Führung von Martin Luther King und Ralph Bunche marschierte ein schwarzweißer Demonstrationszug von Selma zur Alabama-Hauptstadt Montgomery.

Eine stärkere kulturelle Bemühung um die Ostblockländer regte der CDU-Abgeordnete Berthold Martin an. Eine neue deutsche Ostpolitik forderten die Vorsitzenden der SPD und FDP. Zum Tode des rumänischen Partei- und Staatschefs Gheorghe Gheorghiu-Dej hat Heinrich Lübke dem rumänischen Staatsrat seine „aufrichtige und große Anteilnahme“ ausgedrückt, im Bonner Auswärtigen Amt kamen Erwägungen zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Rumänien in Gang. Die Bundesregierung ließ ihre Bereitschaft zu einer Verlängerung und Absicherung von Krediten für Gestrafte mit Ostblock-Ländern und mit Peking erkennen.

Die Vergabe der Lizenz für den NSU-Wankel-Motor an einen volkseigenen Betrieb in Chemnitz wurde amtlich genehmigt. Die Lizenz für eine in den Leuna-Werken entwickelte Hochdruckpumpe wurde an eine westdeutsche Firma vergeben. Chinesische Diplomaten und Politiker aus Peking trafen in Stockholm zu einer Geheimkonferenz zusammen. In Vietnam setzten die Amerikaner chemischen Kampfstoff ein.

Mit Reisen der Abgeordneten Kurt Birrenbach, Rudolf Werner und Hans-Jürgen Wischnewski nach Jerusalem, Kairo und Algier wurde der parlamentarische Pendelverkehr zwischen Bonn und der nahöstlichen Krisenzone fortgesetzt. Mit Wissen des Auswärtigen Amtes brach der Finanzexperte der SPD, Alex Möller, zu einer Informationsreise nach Moskau auf. Eine von Franz Dahlem geleitete DDR-Delegation traf nach einem Besuch Tunesiens in Algier ein.

Den größten Tanker der Welt bestellte die englische Shell bei der Kieler Howatdls-Werft. Eine Versicherung gegen Lungenkrebs hat eine britische Gesellschaft eingeführt. Mit hundert Millionen Mark Devisenhilfe für Großbritannien finanziert Bonn den Bau eines Wasserkraftwerkes in Peru. Frankreich und die Sowjetunion wollen gemeinsam das Farbfernsehen nach dem französischen SECAM-System entwickeln. Franz Josef Strauß mußte sich von seinem Mitarbeiter Walter Oberhorner wegen falscher Angaben zum Lebenslauf trennen. Mit der Geburt eines deutsch-schwedischen Sohnes wurde das zweite Dutzend der Konrad Adenauer-Enkelkinder voll. Zu ihrem 60. Geburtstag wurde der Schauspielerin Elisabeth Flickenschildt von der Düsseldorfer Landesregierung der Titel „Professor“ verliehen.