Auszüge aus der Vietnam-Rede Präsident Johnsons vor der Johns Hopkins Universität in Baltimore:

„Wir kämpfen, weil wir kämpfen müssen, wenn wir in einer Welt leben wollen, in der jedes Land sein Schicksal selbst bestimmen kann. Nur in einer solchen Welt wird unsere eigene Freiheit endgültig gesichert sein. Diese Welt wird niemals durch Bomben und Kugeln gebaut werden. Aber die Schwächen des Menschen bringen es mit sich, daß Gewalt oft der Vernunft und die Zerstörungen des Krieges oft den Werken des Friedens vorausgehen müssen.

Warum sind wir in Vietnam? Wir sind dort, weil wir ein Versprechen zu halten haben. Wir sind dort, um die Ordnung der Welt zu stärken. Auf der ganzen Erde, von Berlin bis Thailand, leben Völker, deren Wohlstand zum Teil auf dem Glauben beruht, daß sie auf uns zählen können, wenn sie angegriffen werden.

Es soll niemand glauben, daß ein Rückzug aus Vietnam den Konflikt beenden würde. Der Kampf würde in einem anderen Land – und dann wieder in einem anderen – neu anfangen. Die wichtigste Lehre unserer Zeit besagt, daß der Appetit der Aggressoren nie gestillt werden kann. Wer sich von einem Schlachtfeld zurückzieht, hilft lediglich das neue vorzubereiten. Wir müssen in Südostasien – wie wir es in Europa taten – mit den Worten der Bibel sagen: „Bis hierher und nicht weiter!“

Luftangriffe auf Nordvietnam

„Wir tun dies, um die Führer Nordvietnams – und alle, die an ihrer Eroberung teilhaben wollen – von einer einfachen Tatsache zu überzeugen. Wir werden nicht besiegt werden. Wir werden nicht müde werden. Wir werden uns nicht zurückziehen, weder offen noch unter dem Deckmantel eines wertlosen Abkommens.

Wir wissen, daß mit Luftangriffen allein alle diese Ziele nicht erreicht werden können. Aber nach unserem besten Wissen und Gewissen sind sie eine notwendige Etappe auf dem sichersten Weg zum Frieden. Wir hoffen, daß der Friede schnell kommen wird.