Ohne Komplikationen begann in Berlin die österliche Passierschein – Besuchsperiode. Früher als angekündigt gingen die Sowjet – deutschen Manöver zwischen Berlin und Elbe zu Ende. Willy Brandts „Korridor-Anregung“ fand bei der CDU/CSU Ablehnung und bei der FDP Zustimmung. Der Regierende Bürgermeister flog zu Besprechungen mit Lyndon Johnson nach Washington. Trotz Grippe-Erkrankung verzichtete der britische Premierminister Harold Wilson nicht auf seine Reise nach Amerika. Auf englischen Vorschlag empfahlen die internationalen Sportverbände in Lausanne mit Mehrheit den Verzicht auf eine gesamtdeutsche Olympiamannschaft.

Nach der Rückkehr Leonid Breshnews und Alexej Kossygins aus Warschau wurde in Moskau der Text eines neuen polnisch-sowjetischen Freundschaftvertrages mit einer Garantie der Oder-Neiße-Grenze veröffentlicht. Neue vertragliche Erleichterungen im Verhältnis zwischen Österreich und Ungarn wurden in Wien zwischen Außenminister Bruno Kreisky und seinem Budapester Kollegen Janos Peter vereinbart. Bei seinem jüngsten Besuch in Moskau wurden dem früheren amerikanischen Vizepräsidenten Richard Nixon weder Begegnungen mit Vertretern der gegenwärtigen Sowjetführung noch mit dem ehemaligen Kreml-Chef Nikita Chruschtschow ermöglicht. Präsident Johnsons Angebot zu Verhandlungen über einen Frieden in Vietnam wurde von Peking und Moskau abgelehnt. über dem Golf von Tongking kam es zu einem ersten Luftkampf zwischen amerikanischen und chinesischen Maschinen.

Zu einem Staatsbesuch reiste der jugoslawische Präsident Jossip Broz Tito nach Algier und Ägypten. Zehn frühere Waffengefährten Ben Seite aus der Zeit des algerischen Befreiungskampfes wurden wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. 50 Palästina-Pilger und vier Besatzungsmitglieder fanden bei einem Flugzeugunglück nahe Damaskus den Tod. Bei einer Wirbelsturmkatastrophe im Mittleren Westen fanden Hunderte von Menschen den Tod und wurden Tausende obdachlos.

Der Bundeskanzler und der Bundesaußenminister verbringen eine Kur in Süddeutschland. Der CDU-Vorsitzende Konrad Adenauer reiste nach Cadenabbia. Ohne Konkurrenten und ohne Diskussion wurde in München Franz Josef Strauß mit großer Mehrheit für zwei Jahre zum Vorsitzenden der CSU wiedergewählt. Der bayerische Landtag beschloß eine Fortführung der staatlichen Spielbanken. Der Kurs der VEBA-Volksaktie wurde auf 210 Mark festgesetzt. Die Firma Fried. Krupp kündigte die Entsendung eines ständigen Vertreters nach Jugoslawien an. Auf der Jubiläumsfeier in Essen teilte Alfried Krupp von Bohlen und Halbach eine Umsatzsteigerung seines Konzerns von 16 Prozent mit.

Die Androhung härterer Verkehrsstrafen brachte den nordrhein-westfälischen Brauereien zum erstenmal seit vielen Jahren einen spürbaren Rückschlag. Der Deutsche Wein-Kultur-Preis wurde dem Schriftsteller Gerhard Herrmann Mostar verliehen. Zum neuen Programmdirektor des Südwestfunks wurde in München der Journalist Günter Gaus („Zur Person“) gewählt.

Auf Vorschlag von Heinz Hilpert wurde Günther Fleckenstein vom Landestheater Hannover als Intendant zum Deutschen Theater Göttingen gerufen. Vor einem internationalen Publikum in Berlin hatte die Uraufführung von Hans Werner Benzes komischer Oper „Der junge Lord“ einen spektakulären Erfolg. Wegen vorübergehenden Stimmverlustes mußte Elisabeth Schwarzkopf ein Konzert in der New Yorker Carnegie-Hall abbrechen. An schweren Brandverletzungen starb in Chicago die Filmschauspielerin Linda Darnell.