Zum erstenmal seit dem Bau der Mauer konnten Westberliner das Osterfest wieder in Ostberlin verbringen. Fünf Westberliner und zwei Westdeutsche wurden wegen angeblicher Fluchthilfe und Spionage in Ostberlin verhaftet Mit einem bei einem Westberliner Besucher in Ostberlin "beschlagnahmten" Passierschein gelang einem DDR-Bürger aus Halle der Übertritt in die Westsektoren. Zum erstenmal wurde in der DDR die Veröffentlichung eines Bandes mit Werken von Franz Kafka angekündigt. Zwischen den Bayreuther Festspielen und der Ostberliner Staatsoper wurde ein Künstleraustausch vereinbart.

In einer kritischen Rede zur amerikanischen Vietnam-Politik warnte der sowjetische Ministerpräsident Alexej Kossygin die USA vor "unabsehbaren Konsequenzen". Abschußrampen für sowjetische Luftabwehrraketen wurden in der Umgebung der nordvietnamesischen Hauptstadt gesichtet. Moskau, Sofia und Havanna boten ihren Freunden in Hanoi Freiwillige an. Amerikanische Politiker, Militärs und Diplomaten konferierten in Honolulu über die Lage in Südostasien.

Der unterlegene republikanische Präsidentschaftskandidat und Amateurphotograph Barry Goldwater besuchte an den Osterfeiertagen in Begleitung eines befreundeten US-Generals Rothenburg ob der Tauber. Präsident Lyndon B. Johnson ließ vorerst alle Auslandsreisen absagen und das Besuchsprogramm ausländischer Gäste reduzieren. Willy Brandts selbstbewußtes Auftreten in den Vereinigten Staaten blieb nicht ohne Eindruck auf die amerikanische Öffentlichkeit, Konrad Adenauers besorgten Brief zur Europa-Politik wurde von Charles de Gaulle ausweichend beantwortet. Frankreichs Außenminister bleibt der SEATO-Konlerenz fern.

Zur Erläuterung der Bonner Nahostpolitik reiste Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier nach Marokko, Bundeskanzler Ludwig Erhard gratulierte dem israelischen Botschafter und Leiter der Kölner Israel-Mission Felix Eliezer Schinnur zum 60. Geburtstag. In Anwesenheit des israelischen Ministerpräsidenten Levi Eschkol wurde im Hafen von Haifa eine Schiffsladung amerikanischer Flugabwehrraketen gelöscht. Die Mission des Sonderbeauftragten Kurt Binzenbach in Israel ging zu Ende.

In Belgrad führte der britische Außenminister Michael Stewart politische Gespräche mit seinem jugoslawischen Kollegen Koca Popowitsch. Jossip Brot Tito und Achmed Ben Bella vereinbarten in Algier einen verstärkten Handelsaustausch zwischen ihren Ländern. In erzwungener Zurückgezogenheit feierte Nikita Chruschtschow seinen 71. Geburtstag. Dem italienischen Sozialistenführer Pietro Nenni schenkte Papst Paul VI. die goldene Uhr seines Vorgängers Johannes XXIII. Italiens Ministerpräsident Aldo Moro durfte an einer Kabinettssitzung im Weißen Haus teilnehmen.

Im Aller von 60 Jahren erlag in Münster der ostpreußische Schriftsteller (.Männer, Mächte, Monopole") Kurt Pritzkoleit einem Herzinfarkt. An den Ansichtskarten-Kiosken wurden Konrad Adenauer und Gerhard Schröder mehr, Willy Brandt, Ludwig Erhard und Heinrich Lübke weniger gefragt, "Wegen starker Überlastung" zog sich Franz Josef Strauß mit seiner Frau zu einem Kuraufenthalt nach Schrums zurück. Von seinen Ärzten in einem Sanatorium am Tegernsee wurde dem Bundeskanzler eine Einschränkung des Zigarren-Konsums nahegelegt. Nach Ansicht eines italienischen Professors fördert mäßiges Rauchen die Intelligenz. Der Bayerische Rechnungshof erhob Einwände gegen den Erwerb eines 2380-Mark-Schreibtisches für einen Hochschulrektor. Als gemeinsame Agentur haben die vier westdeutschen Perlon-Produzenten eine Verkaufsgesellschaft gegründet. Der britische Postminister verfügte eine Erhöhung der Rundfunk- und Fernsehgebühren. Kälte, Regen und Schnee verdorben Millionen Deutschen in Mitteleuropa die Osterfreude und verhinderten ein Verkehrschaos.