Die Rolle des Weltsheriffs, die den USA nach 1945 in den verschiedensten Teilen der Welt zugefallen ist, fordert dem amerikanischen Volk einen hohen Preis ab. Mehr als ein Viertel des amerikanischen Heeres ist gegenwärtig in Übersee stationiert. Allein auf den beiden Kriegsschauplätzen in Vietnam und in der Karibischen See sind 108 000 Soldaten des Heeres, der Marine-Infanterie, der Flotte und der Luftwaffe eingesetzt.

Vom 1. Januar 1961 bis zum letzten Sonntag waren in Indochina 532 US-Soldaten gefallen; in Santo Domingo ließen bis Wochenanfang zwanzig Amerikaner ihr Leben. Präsident Johnson hat diese Opfer in den letzten Wochen mehrmals in Ansprachen an seine Landsleute gerechtfertigt. Sein "ceterum censeo": Amerika müsse seine Bündnisverpflichtungen überall in der Welt erfüllen und jede direkte oder indirekte Aggression des Kommunismus abwehren. Der angesehene Publizist Walter Lippmann freilich warnte, der neue Kurs könnte die USA "in eine endlose Serie von Interventionen" verwickeln.